SACHSEN, KURFÜRSTENTUM (BIS 1806) UND KÖNIGREICH (1806-1918)
SACHSEN, KURFÜRSTENTUM (BIS 1806) UND KÖNIGREICH (1806-1918)
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Description
RRR II Ex Sammlung Dieter Weber, Dresden. Exemplar von exzellenter Anfertigungsqualität und in hervorragender Erhaltung.
Dieses Ordenskreuz ist von allergrößter Seltenheit, da gemäß der im Hauptstaatsarchiv Dresden befindlichen Verleihungsakten der königlich sächsischen Ordenskanzlei von den insgesamt an Ausländer (mit der Inschrift DEM VERDIENSTE) verliehenen 140 Großkreuzen, sowie (größengleichen) Komturkreuzen 1. und 2. Klasse lediglich 30 Exemplare nicht an die Ordenskanzlei zurückgegeben worden sind. Neueste Archiv-Forschungen haben ergeben, daß tatsächlich schon ab 1867 (und nicht erst seit 1871) keine Verleihungen mehr des Verdienstordens an Ausländer (mit der Inschrift "DEM VERDIENSTE") erfolgten, zum einen, weil ab diesem Zeitpunkt die Mitgliederstaaten des Norddeutschen Bundes gemäß Artikel 3 der Bundesverfassung nicht mehr als Ausländer galten und demzufolge als Inländer zu behandeln waren, zum anderen in diesem Zeitraum keine Verleihungen an Bürger der süddeutschen, nicht zum Norddeutschen Bund gehörigen Staaten Baden, Bayern, Hessen und Württemberg ausgesprochen wurden. Durch die Gründung des Deutschen Reiches 1871 wurden gemäß Reichsverfassung dann auch diese Staaten zum "Inland. Da nach dem im Jahre 1891 erfolgten Modellwechsel sämtliche Insignien des 1. Modells nachweislich der Goldverwertung zugeführt worden ist, handelt es sich bei dem hier angebotenen Kreuz um eine herausragende Seltenheit der sächsischen Orden. Genau dieses Exemplar ist bei Weber, Arnold und Keil (in WB S.143, Nr. 162/163) abgebildet und war auch in der Ausstellung Die Orden und Verdienstmedaillen der sächsischen Staaten des Münzkabinetts Dresden im Albertinum in Dresden vom 10. Oktober 1997 bis zum 1. Juni 1998 zu sehen. (Dieter Weber, Dresden)
Der Orden wurde am 7. Juni 1815 von König Friedrich August I. als dreiklassiger Orden mit affiliierter Medaille gestiftet. 1828 wurde für Ausländer eine Ausführung mit anderer Inschrift eingeführt. Ein unterhalb des Ritterkreuzes angesiedeltes sogenanntes Kleinkreuz wurde 1847 gestiftet, das 1858 in Ehrenkreuz umbenannt wurde. 1849 wurde der Orden in Verdienstorden umbenannt und es erfolgte die Aufteilung der Komture in 1. und 2. Klasse. Aus Anlaß des Krieges von 1866 wurden für alle Klassen der Ausführung für Inländer die Schwerter für Verdienst im Krieg und 1870 die Schwerter am Ring eingeführt. 1871 kam die besondere Ausführung für Ausländer in Fortfall. 1876 erfolgten weitere Veränderungen: Die Ritterklasse wird in Ritter 1. und 2. Klasse aufgeteilt, das Ehrenkreuz und die Goldene und Silberne Verdienstmedaille werden aufgehoben und statt dessen das Verdienstkreuz gestiftet. 1891 erfolgte der sogenannte Modellwechsel: die bisher gemalten Wappen werden in aus Metall geprägte und auf das Medaillon aufgesetzte verändert, wobei jedoch von einzelnen Herstellern Ritterkreuz 2. Klasse mit gemaltem Medaillons bis 1918 hergestellt werden. Des Weiteren erhielten die Groß- und Komturkreuze ein Krone als Überhöhung, und der bisherige Bruststern erhielt statt bisher sechs nunmehr acht Strahlen (2. Modell, 1. Ausführung - mit separat geprägtem Medaillonring und geprägten Wappen). Ab 1904 erfolgte die Fertigung der Insignien in Silber vergoldet. 1910 wurde die Ausführung der Insignien vereinfacht, indem bei allen Insignien Medaillonring und -feld aus einem Stück angefertigt wurden (2. Modell, 2. Ausführung). Mit dem Thronverzicht König Friedrich Augusts III. (1865-1932) am 13. November 1918 erlosch auch der Orden.
Information for lot 107 from Auction 240
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