ABTEI, SEIT 1752 BISTUM Balthasar von Dernbach, 1570-1606. Doppelte Reichstalerklippe 1605,
ABTEI, SEIT 1752 BISTUM Balthasar von Dernbach, 1570-1606. Doppelte Reichstalerklippe 1605,
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Description
Von allergrößter Seltenheit. Einziges im Handel befindliches Exemplar. Feine Patina, sehr schön + Exemplar der Slg. Zobel, Auktion Adolph E. Cahn 58, Frankfurt/Main 1927, Nr. 501.
Balthasar von Dernbach genannt Graul, *1548 in Wiesenfeld/Hessen, Ó1606 in Fulda, war Benediktiner des Klosters Fulda und Fürstabt von Fulda 1570-1576 sowie 1602-1606. Die "von Dernbach genannt Graul", eine Nebenlinie des seit 1226 im Raum Gießen/Herborn nachweisbaren Rittergeschlechtes von Dernbach, das zum hessischen Uradel zählte, sind seit Mitte des 13. Jahrhunderts Gefolgsleute der thüringisch-hessischen Landgrafen.
Der 12jährige, lutherisch getaufte Balthasar wurde nach dem Tod seines Vaters von seiner Mutter zur weiteren Erziehung und Ausbildung zu ihrem Bruder, dem Abt Wilhelm Hartmann Klauer von und zu Wohra ins Stiftskapitel nach Fulda gegeben. Dort wurde er, von seiner Mutter getrennt, streng katholisch erzogen. Dieses vermutlich traumatische Erlebnis (Tod des Vaters und Trennung von seiner Mutter) hat seine Persönlichkeit entscheidend geprägt und wahrscheinlich mit zu seinem Fanatismus beim Vorgehen gegen Andersgläubige und Hexen beigetragen. Nachdem er am 9. März 1566 in Würzburg zum Priester geweiht worden war, wurde er am 25. Januar 1570 im Alter von 22 Jahren als Nachfolger seines Onkels zum Fürstabt von Fulda gewählt. Seine Wahl wurde von Pius V. bestätigt.
Sofort begann er mit der Gegenreformation und ging rigoros gegen Andersgläubige vor. Alle, die nicht zum katholischen Glauben zurückkehren wollten, mußten das Gebiet der Reichsabtei Fulda verlassen. Damit brachte er Bürger und Ritterschaft gegen sich auf. 1576 mußte er in Hammelburg auf Druck der Rhöner Ritterschaft, des Bischofs von Würzburg und des Stiftskapitels abdanken, widerrief aber sofort, als er außer Landes war. Erst 1602 konnte er mit Unterstützung des Kaisers und des Papstes wieder als Landesherr nach Fulda zurückkehren.
Nachdem er seine Stellung in Fulda 1602 wiedererhalten hatte, führte er eine harte Rekatholisierungspolitik durch und ordnete brutale Hexenverfolgungen an. In den drei Jahren seiner Regierungszeit 1602-1605 wurden etwa 300 angebliche Hexen und Hexenmeister gefoltert und anschließend hingerichtet. Das Vermögen seiner Opfer zog er für sich ein.
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Information for lot 166 from Auction 180
| Nominal/Year | Doppelte Reichstalerklippe 1605, |
|---|---|
| Rarity | Von allergrößter Seltenheit. Einziges im Handel befindliches Exemplar. |
| Quotes | Dav. 5313; Gehrling/Erdmann 69-14 |