Mohammed Riza Pahlevi, 1942-1979.
Mohammed Riza Pahlevi, 1942-1979.
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Description
Paar Geschenkportraits des iranischen Schah Mohammed Reza Pahlavi (1919-1980, reg. von 1941 bis 1979) und seiner dritten Gemahlin Farah Diba (geb. 1938) in Khātam-Prunkrahmen für Bundespräsident Heinrich Lübke.
1) Schwarz-Weiß-Photographie von Schah Mohammed Reza Pahlavi in Uniform mit angelegten Orden und Ehrenzeichen, ca. 23,5 x 17,5 mm, oben links eigenhändig in Französisch signiert “M. R. Pahlawi / 23 Octobre 1963“, in Khātam-Standrahmen von (Khātam-)Meister Ali Nemat (1913-1976), Format 34,5 x 28,5 mm, Innenausschnitt 23,0 x 17,0 cm, Stärke 15,3 mm, wohl Holz mit allerfeinsten Khātam-Intarsien aus Bein (definitiv kein Elfenbein!), Ebenholz, mit vergoldeten und gefärbten Holzstückchen und Metallfäden, auf dem oberen Rand mit aufgelegtem kaiserlichen Wappen in Gold, auf dem Revers Buntmetall-Schildchen mit gravierter Herstellerbezeichnung „Prof. Ali Nemat – 1337“ in lateinischer Schreibschrift, im originalen himmelblauen Vergabe-Etui mit gedruckter goldfarbener iranischer Kaiserkrone.
2) Schwarz-Weiß-Photographie von Farah Diba mit Diadem und Brillantschmuck, ca. 23,5 x 17,5 mm, unten rechts eigenhändig in französisch signiert „Farah / le 23 Octobre 1963“, am rechten Rand senkrecht geknickt, in Khātam-Standrahmen von (Khātam-)Meister Ali Nemat (1913-1976), Format 34,5 x 28,5 mm, Innenausschnitt 23,0 x 17,0 cm, Stärke 12,3 mm, wohl Holz mit allerfeinsten Khātam-Intarsien aus Bein (definitiv kein Elfenbein!), Ebenholz, mit vergoldeten und u. a. gefärbten Holzstückchen und Metallfäden, auf dem oberen Rand mit aufgelegtem kaiserlichen Wappen in Gold, auf dem Revers Herstellerbezeichnung „Ali Nemat / Meister der Khātam-Herstellung, des schönsten Handwerks des Landes“ in persischer Schrift, im originalen himmelblauen Vergabe-Etui mit gedruckter goldfarbener iranischer Kaiserkrone.
3) Originales dpa-Schwarz-Weiß-Photo (A 213 – F 63 – 297 – 13a + A1), das die Übergabe des Schah-Portraits an Bundespräsident Heinrich Lübke und seine Gemahlin Wilhelmine durch Ahmad Nafisi, Bürgermeister von Teheran (1919-2004, im Amt von Mai 1962 bis November 1963) im Verlauf des offiziellen Empfangs im Golestan-Palast in Teheran am Nachmittag des 23. Oktober 1963 zeigt, auf dem Revers mit offizieller Beschreibung des Dargestellten.
Von allergrößter Seltenheit. I-II
Provenienz: Aus dem Nachlaß von Wilhelmine Lübke (geb. Keuthen, 1885-1981), Gemahlin von Bundespräsident Heinrich Lübke (1894-1972, im Amt von 1959 bis 1969).
Die beiden Bilderrahmen sind in Khātam-kari [ خاتم کاری ] Technik angefertigt, einer alten feinen und sorgfältigen Intarsien-Arbeit auf Holz, deren älteste Beispiele aus der Zeit der Safawiden [ صفویان ] (Beginn des 16. Jh. bis Beginn des 18. Jh.) stammen. Dabei wird ein komplexes geometrisches Muster auf der Grundlage von kleinsten Dreiecken erzeugt , indem dünne Plättchen aus Bein, Holz (Orange, Betel, Ebenholz, Nußbaum, Zypresse, Jujube, Kiefer und andere Sorten) und Metall (Gold, Silber, Kupfer und Messing) und auch anderen Materialien (z. B. Glimmer und Perlmutt) auf Holz oder eine andere Oberfläche des Produkts geklebt werden. Der Künstler setzt diese Muster willkürlich zusammen, ohne sich auf eine Zeichnung zu konzentrieren, allein auf Grundlage seiner eigenen Inspiration.
Einer der bedeutendsten Meister dieser Technik im 20. Jh. war der Khātam-Meister Ali Nemat [ علی ], 1976-1913, seit 1955 AD [1334 AH] zum Meister-Handwerker, Professor und Direktor der Khātam-Werkstatt der Abteilung der Künste in Teheran ernannt. U. a. schuf er verschiedene bedeutende Werke für das Kaiserhaus, aber auch Geschenke des Schahs u. a. für den amerikanischen Präsidenten Dwight D. Eisenhower (1890-1969, im Amt von 1953-1961) oder für die britische Königin Elizabeth II. (1926-2022, reg. seit 1952). Nemat revolutionierte die Khātam-Herstellung, indem er u. a. sehr früh auf die Verwendung von Elfenbein (!) verzichtete. Neben Meister Mohammad Bagher Hakim-Elahi [ محمد باقرحكیم الهي ] gilt Meister Nemat als der bedeutendste Khātam-Künstler des 20. Jahrhunderts. Er unternahm viele Reisen ins Ausland, um für die Khātam-Kunst zu werben. Er starb am 26. Mai 1976 in Teheran und wurde im Schah Tscheragh [ اهچراغ ] Mausoleum in Schiras [ شیراز ] im Süden Irans beigesetzt.
Im Rahmen seines Staatsbesuches in den Iran vom 23. bis 27. Oktober 1963 wurden Bundespräsident Lübke und seiner Gemahlin Wilhelmine während des feierlichen Galaempfangs im Golestan-Palast im Zentrum Teherans, dem Wohnort des Präsidentenpaares während des Staatsbesuches, diese beiden Portraits vom Bürgermeister von Teheran, Ahmad Nafisi feierlich überreicht, was die beigefügte dpa-Photographie zeigt.
Gleichentags wurde Lübke vom Schah auch der Pahlewi -Orden [ نشان پهلوی - Nishân-i-Pahlawi] mit Kollane, der höchste Orden des Kaiserreichs, verliehen. Der Staatsbesuch Heinrich Lübkes im Iran – im Rahmen seiner zweiten Asienreise vom 23. Oktober bis 23. November 1963, mit weiteren Stationen in Indonesien, Japan und auf den Philippinen – diente vor allem der Vertiefung der deutsch-iranischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. Diese waren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zunächst durch den starken Einfluß der Vereinigten Staaten auf den Iran erheblich zurückgegangen. Im Laufe der Zeit jedoch intensivierten sich die Beziehungen zwischen Teheran und Bonn wieder, sodaß auch der bilaterale Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit neuen Aufschwung erhielten. Bis 1974 lagen die iranisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen sogar deutlich vor denen mit anderen europäischen Staaten und übertrafen zeitweise auch die mit den Vereinigten Staaten von Amerika.
Information for lot 3312 from Auction 444
| Rarity | Von allergrößter Seltenheit. |
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