AQUILEIA, MZST. DES PATRIARCHATS ANONYM. Denaro, Beischlag zu Friesach, 12. Jahrhundert.
AQUILEIA, MZST. DES PATRIARCHATS ANONYM. Denaro, Beischlag zu Friesach, 12. Jahrhundert.
Estimated price : €100
Hammer price
My notes
Description
R Prägeschwäche und leicht dezentriert, sehr schön + Exemplar der Sammlung Bob Levinson, Auktion Lanz 101, München 2000, Nr. 1.
ACHTUNG!!! EINLEITUNG VOR DIESE NUMMER:
Münzen des Patriarchats von Aquileia vom 12.-15. Jahrhundert - Die Sammlung Richard A. Jourdan
Nach dem römischen Geschichtsschreiber Titus Livius (40. Buch, 34,2) wurde die Stadt 181 v. Chr. gegründet, um das Eindringen keltischer Stämme in das Gebiet zwischen Adria und Alpen zu verhindern. Dank ihrer wirtschaftlich und strategisch günstigen Lage blühte die Stadt schnell auf und wurde zu einem bedeutenden norditalienischen Handelsplatz. Seit der Synode von Arles 314 n. Chr. ist Aquileia als Bischofssitz nachweisbar, wobei die seit dem 5. Jahrhundert verbreitete christliche Legende den Heiligen Markus und seinen Schüler Hermagoras als Gründer nennt. Die Bezeichnung als "Patriarchat" für das Gebiet des Bischofs von Aquileia begegnet erstmals unter Papst Pelagius I. (556-561). Karl der Große (768-814) legte 811 als Grenze zum Bistum Salzburg die Drau, einen Nebenfluß der Donau, fest. In der Folgezeit wurde das Patriarchat von Aquileia durch die Herrscherdynastien der Karolinger, Ottonen und Salier reich gefördert und in den Königsschutz genommen. Sigehard (1068-1077) erlangte 1077 die herzoglichen Befugnisse für Friaul, Istrien und Krain. Die beiden letzteren gingen durch Konflikte mit Venedig und den Grafen von Görz zunächst wieder verloren, konnten aber durch Wolfger (1204-1218) zurückgewonnen werden. Wenngleich eine Verleihung des Münzrechts durch Kaiser Konrad II. (1024-1039) bereits für das Jahr 1028 belegt ist (MGH D.K.II., Nr. 131), prägten die Patriarchen erst seit der Mitte des 12. Jahrhunderts Nachahmungen der Friesacher Pfennige (sogenannte "Agleier"). Seine Blütezeit erlebte das Patriarchat unter Berthold von Andechs-Meranien (1218-1251) und seinem Nachfolger Gregor von Montelongo (1251-1269). Mit dem Niedergang des deutschen Kaisertums im Interregnum verlor auch das Patriarchat von Aquileia seine Hauptstütze und konnte sich in der Folgezeit nur mühsam seiner außenpolitischen Gegner erwehren. Nach der Eroberung des Gebietes durch die Venezianer 1418-1420, verzichtete der Patriarch Ludovico Trevisan (1439-1465) im Jahre 1445 gegen die Zahlung eines Jahresgehalts auf die weltliche Herrschaft innerhalb des ehemaligen Territoriums von Aquileia. 1751 schließlich löste Papst Benedikt XIV. (1740-1758) das Patriarchat auf Drängen von Kaiserin Maria Theresia ganz auf und errichtete stattdessen die Erzbistümer Udine und Görz. Der letzte Patriarch Daniel II. Dolfino (1734-1752) wurde neuer Erzbischof von Udine.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Information for lot 2165 from Auction 211
| Nominal/Year | Denaro, Beischlag zu Friesach, 12. Jahrhundert. |
|---|---|
| Rarity | R |
| Quotes | Bernardi 1 c; Biaggi 131 |