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II Über die Frühzeit des Ordens berichten zahlreiche Legenden, die jedoch alle keinerlei historische Evidenz aufweisen. Vielmehr geht er auf die Erteilung des Ritterschlages am Heiligen Grabe in Jerusalem zurück, der 1336 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seit ca. 1520 verfügte der Guardian der Franziskaner vom Berge Sion in Jerusalem über das alleinige Recht der Erteilung dieses Ritterschlags. Mitte des 16. Jahrhunderts erhielt die Institution immer mehr den Charakter eines päpstlichen Ritterordens, ohne jedoch über eine Ordensregel oder einen organisierten Verband zu verfügen. Schon seit Beginn des 16. Jh. begannen Ritter, Jerusalemkreuze aus Metall, teils emailliert oder mit Edelsteinen verziert, an Ketten um den Hals zu tragen. Seit den frühen 1820er Jahren trugen sie das von einer Königskrone überhöhte rot emaillierte Jerusalemkreuz wie eine Komtur-Dekoration an einem schwarzen Halsband und dazu einen Bruststern mit einem roten Jerusalemkreuz.
Nach der Wieder-Errichtung des Lateinischen Patriarchates von Jerusalem 1847 wurde dem neu ernannten Patriarchen das alleinige Recht zur Erteilung des Ritterschlags übertragen. Mit Breve »Cum multo sapienter« vom 24. Januar 1868 wandelte Papst Pius IX. den bisher einklassigen in einen nunmehr dreiklassigen (1. Klasse oder Großkreuz, 2. Klasse oder Komtur und 3. Klasse oder Ritter) päpstlichen Ritterorden um, und bestimmte, dass das Ordenskreuz künftig nicht mehr von einer Krone überhöht sein durfte, was jedoch vor allem in Österreich und Frankreich bis in das erste Viertel des 20. Jahrhunderts teilweise nicht befolgt wurde. Papst Leo XIII. gestattete mit Breve »Venerabilis Frater« vom 3. August 1888 auch die Aufnahme von Damen.