RITTERSTIFT ST. ALBAN Goldgulden 1744.
RITTERSTIFT ST. ALBAN Goldgulden 1744.
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Description
GOLD. Von großer Seltenheit. Leicht gewellt, sehr schön +
Das Mainzer Ritterstift St. Alban erhielt im Jahr 1518 von Kaiser Maximilian I. das Münzrecht, da sein Vorsteher (Abt, seit 1517 Propst) Melchior Pfinzing Sekretär des Kaisers war und daher von ihm stark gefördert wurde. Das Münzprivileg, durch Eberhard Link in dem sehr instruktiven Aufsatz "Der Münzfuß des Albansguldens von 1597" (GN, 20. Jg., 1985, S. 218-222) teilweise ediert, schreibt das Münzmotiv exakt vor: "...auff der ainen seyten Sant Albans Bildnus mit der vmbschrifft Sanctus Albanus Martir vnd auff der anndern seyten ein Schilt darinn ain Esel der sein zwen gerecht fuesse den hindern und fordern auffheb..." Tatsächlich hielt man sich bei allen Prägungen des 16., 17. und 18. Jahrhunderts an diese Vorschrift. Die Gulden sollten - entsprechend den Martinsgulden des Mainzer Domkapitels - am Albanfest an die anwesenden Mitglieder des Ritterstifts verteilt werden, zusätzlich sollten keine Exemplare hergestellt werden. Diese Bestimmung erklärt die Seltenheit dieser Prägungen. Das Münzrecht schrieb darüber hinaus den Münzfuß der Albansgulden vor, die nach ungarischem Korn (also einem Feingehalt von 0,986) ausgebracht werden sollten. Die ungarischen Gulden hatten bis zum 18. Jahrhundert ein deutlich höheres Gewicht und einen höheren Feingehalt als die in Mainz üblichen rheinischen Gulden. Das Ritterstift löste dieses Problem pragmatisch, indem es das Gewicht seiner Gulden soweit reduzierte, daß der Feingehalt den ungarischen Prägungen entsprach, der Goldwert jedoch den rheinischen Gulden. Der hier angebotene Albansgulden von 1744 aus den berühmten Sammlungen Heerdt und Walther zählt zu den numismatisch besonders interessanten Seltenheiten unter den Münzen des Mittelrheins. Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Information for lot 5793 from Auction 218
| Nominal/Year | Goldgulden 1744. |
|---|---|
| Rarity | Von großer Seltenheit. |
| Quotes | Fb. 1694; Slg. Walther 730 |