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Description
24 Stück. In Originaletui. Vorzüglich erhalten Zur kunsthistorischen Beurteilung schreibt uns Prof. Dr. Bernhard Overbeck, leitender Direktor der Staatlichen Münzsammlung München:
Bei dieser Serie sind das julisch-claudische Kaiserhaus, die Herrscher des Dreikaiserjahrs nach Neros Tod und die flavische Dynastie komplett erfasst. Alle Porträts sind von hervorragender, großes Können des anonymen Künstlers verratender Qualität und zeigen in der Tat die individuellen, dabei aber leicht idealisierten Züge der Dargestellten. Die Bildnisse orientieren sich ganz offensichtlich an den Münzporträts, wie an einigen Besonderheiten deutlich wird. So trägt Julius Caesar nicht nur den Kranz, zusätzlich ist ihm noch der Lituus des obersten Priesters im Feld beigegeben, analog zu seiner Denarprägung (vgl. etwa Aemilius Buca, RRC, Nr. 480/2, oder die Nachempfindungen der Renaissance, z. B. des Giovanni Cavino, Martini, Nr. 1260 - 1265). Ähnlich den unzähligen Beispielen in der Münzprägung ist Domitian mit dem Medusenhaupt an der linken Schulter wiedergegeben (vgl. z. B. Kent/Overbeck/Stylow, Die römische Münze, München 1973, Tafel 63, 244, in der Renaissance die Wiedergabe durch Cavino, Martini, Nr. 1619 ff.; Rodolfo Martini, Milano, Civiche Raccolte Numismatiche, Catalogo delle Medaglie. II. Secolo XVI, Bollettino di Numismatico, Monografia 4. II. 2, Rom 1989).
Ganz sicher steht diese Serie in der Tradition entsprechender Darstellungen der 12 ersten Imperatoren seit der Renaissance. Diese ersten 12 Herrscher des römischen Kaiserreichs blieben Thema von Gemmen- und Kameenserien bis in die Zeit des Empire, wo sie mit dem Kaisertum Napoleons neue Aktualität erlangten. Eine Serie von 12 Kaiserporträts trug König Heinrich IV. von Frankreich (1589/1610) als Sardonyxkameen, zu Knöpfen verarbeitet an seinem Wams (vgl. E. Babelon, La Gravure en Pierres Fines, Paris 1894, S. 279). Entsprechende Serien wurden in verschiedenen Materialien in Gefäße eingelassen, vgl. z. B. einen Dresdner Deckelpokal um 1730 mit entsprechenden Reliefs in Silberfolie im Bayerischen Nationalmuseum zu München (vgl. Erwerbungsbericht in: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst 20, 1969, S. 256 f.).
Um 1800 datiert wohl auch eine Serie von 12 Imperatoren, gearbeitet als große Chalcedon-Kameen, in der Staatlichen Münzsammlung München (vgl. I. S. Weber, Geschnittene Steine des 18. - 20. Jahrhunderts. Vergessene Kostbarkeiten in der Staatlichen Münzsammlung München, München 1995, Nr. 64 - 75). Die demgegenüber äußerst qualitätvolle, künstlerisch wie technisch hervorragend gearbeitete Amethyst-Serie der 12 ersten römischen Kaiser dürfte wohl ebenfalls in dieser Zeit um 1800 entstanden sein, wenngleich sie in einer weitaus älteren Tradition steht. Auch das schlichte Originaletui und das Druckbild des im Deckelinnenteil eingeklebten Zettels mit dem Namen der Kaiser in italienischer Sprache sprechen für eine solche Datierung. Als Entstehungsgebiet darf man jedenfalls Italien, ehestens Rom, für diese Serie annehmen.
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Information for lot 5810 from Auction 82
| Unique quantity | 24 Stück. |
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