Valens, 364-378. AV-Medaillon zu 9 Solidi, 375/378, Rom;
Valens, 364-378. AV-Medaillon zu 9 Solidi, 375/378, Rom;
Estimated price : €200,000
Hammer price
My notes
Description
Von allergrößter Seltenheit. Wohl Unikum. In antiker Fassung, vorzüglich erhalten Aus altem Privatbesitz und als herausragendes Zeugnis der römisch-barbarischen Mischkultur von besonderer historischer Bedeutung.
Auf diesem hochseltenen goldenen Medaillon fehlt zwar die Münzstättensigle, es ist aber aus stilistischen Gründen sehr wahrscheinlich, daß das Stück in Rom hergestellt wurde. Eine barbarische Imitation kann man ausschliessen, weil der Stempelschnitt sehr gut gelungen ist. Durch die Fassung ist das Gewicht des Medaillons selbst nicht feststellbar, es handelt sich jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Medaillon zu 9 Solidi.
375 plante Valens einen Feldzug im Osten, doch im Westen drängten die durch die Hunnen vertriebenen gothischen Stämme der Tervingi und Greuthungi ins Reich. Valens beschloss, die Tervingi im Reich anzusiedeln, doch diese rebellierten im Jahr 377, und die Greuthungi drangen, gefolgt von Hunnen und Alanen, marodierend in das Reichsgebiet ein. Valens stellte sich den Barbaren in der Schlacht von Adrianopolis, doch der Kaiser und 2/3 der römischen Armee überlebten die Schlacht nicht. Wem in dieser schwierigen Zeit das herrliche goldene Medaillon geschenkt wurde, ist nicht klar, doch wahrscheinlich dürfte ein mit Rom verbündeter Barbarenfürst der Empfänger gewesen sein. Das Verschenken eines Medaillons mit dem Bildnis des Kaisers stellte aus römischer Sicht einen Akt der Nobilitierung des Beschenkten dar, war aber aus Sicht des Beschenkten eine beinahe göttliche Legitimation seiner Herrschaft, ein Akt, durch den Lebenskraft, magischer Einfluß und Charisma des Kaisers auf den Barbaren übertragen wurden. Daher wurden die Goldmedaillone von den Barbaren stets so getragen, daß das kaiserliche Porträt sichtbar war, wie auch die auf der Vorderseite mit einem Zickzackmuster und oben mit Goldperlen verzierte Fassung unseres herrlichen Stückes zeigt. Siehe zur Funktion der Goldmedaillone Bursche, A., Die Rolle römischer Goldmedaillone in der Spätantike, in: Seipel, W. (Hrsg.), Barbarenschmuck und Römergold. Der Schatz von Szilágysomlyó, Wien 1999, S. 39 ff.
Zu diesem außergewöhnlichen Medaillon befindet sich zur Zeit ein Aufsatz von Dr. Klaus Vondrovec, Kunsthistorisches Museum Wien, in Vorbereitung, der in Band 118 der Numismatischen Zeitschrift erscheinen wird.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Information for lot 839 from Auction 158
| Nominal/Year | AV-Medaillon zu 9 Solidi, 375/378, |
|---|---|
| Mint | Rom; |
| Rarity | Von allergrößter Seltenheit. Wohl Unikum. |
| Weight | 62,34 g |