BISTUM Die Zeit der Gegenstempel, vom Anfang des 15. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts.
BISTUM Die Zeit der Gegenstempel, vom Anfang des 15. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts.
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GOLD. Von großer Seltenheit. Kl. Schrötlingsriß, sehr schönes Exemplar Das westfälische Währungsgebiet hielt bis ca. 1400 an seiner Pfennigwährung fest, obwohl deren Leitmünze, der Kölner Pfennig, bereits etwa 100 Jahre früher von höherwertigen Nominalen abgelöst worden war. Problematisch war dabei der im Vergleich mit den benachbarten Währungsräumen hohe Feinsilbergehalt des vor allem von den Bischöfen in Münster und Osnabrück geprägten westfälischen Pfennigs des 14. Jahrhunderts. Diese Überwertigkeit führte zum Abfluß der Silbermünzen in Gebiete mit schlechterer Währungseinheit, um dort im Schmelztiegel zu verschwinden. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts konnten sich die westfälischen Münzherren den hohen Silberstandard nicht mehr leisten, vor allem weil Bergsilber nicht mehr zu günstigen Preisen zu beschaffen war. Der Mangel an eigenem Geld führte gegen Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts zu einem beispiellosen Hereinströmens fremden Geldes nach Westfalen. Die Bevölkerung stand den unzähligen unbekannten Prägungen ratlos gegenüber, und es kam zwischen Käufer und Verkäufer regelmäßig zum Streit über die Bewertung der unterschiedlichen Sorten. Die bedeutenderen westfälischen Städte versuchten auf regelmäßigen Tagungen, Ordnung in das durcheinandergeratene Geldwesen zu bringen. Ein Lösungsansatz der Städte war das Einschlagen von kleinen Gegenstempeln in die fremden Prägungen. Die Gegenstempelung, die außer von Osnabrück auch von den Städten Münster, Soest, Herford und Lippstadt durchgeführt wurde, konnte aus zwei Gründen erfolgen. Entweder sollte die Umlauffähigkeit einer Fremdprägung gekennzeichnet oder vor der Geringhaltigkeit eines Stückes gewarnt werden. Der hier zur Versteigerung gelangende Gegenstempel der Stadt Osnabrück sollte vor der starken Unterwertigkeit des Guldens des Herzogs Arnold von Geldern warnen, dessen Münzbild absichtlich die guthaltigen Gulden des Rheinischen Münzvereins imitiert. Der gestempelte Gulden ist extrem selten und ein numismatisches Dokument von großer Bedeutung für die Geschichte der Stadt Osnabrück.
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Information for lot 1 from Auction 100
| Rarity | Von großer Seltenheit. |
|---|---|
| Quotes | Delm. 604; Fb. 56; Kennepohl 154; Krusy O 2, 9 |