BISTUM Wilhelm Anton von der Asseburg, 1763-1782. 12 Dukaten 1763, Neuhaus,
BISTUM Wilhelm Anton von der Asseburg, 1763-1782. 12 Dukaten 1763, Neuhaus,
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Description
GOLD. Von allergrößter Seltenheit. Wohl einziges Exemplar in Privatbesitz. Vorzüglich-Stempelglanz
Aus dem Besitz der Fürsten von Metternich.
Wilhelm Anton von der Asseburg (*1707, Schloß Hinnenburg bei Brakel; † 1782, Schloß Neuhaus) war Fürstbischof von Paderborn und ein Mitglied des westfälischen Adelsgeschlechts von der Asseburg. Er trat 1763 die Nachfolge seines Vorgängers als geistlicher Landesherr des Hochstifts Paderborn an. In einer Zeit, die vom aufgeklärten Absolutismus geprägt war, bemühte sich Wilhelm Anton um Reformen in Verwaltung, Bildung und Seelsorge. Er setzte sich für eine Modernisierung des geistlichen Fürstentums ein, wobei ihm insbesondere die Förderung des Schulwesens und eine bessere Ausbildung des Klerus am Herzen lagen. Obwohl seine Regierungszeit nur bis zu seinem Tod 1782 dauerte, hinterließ er dennoch bleibende Spuren durch seine umsichtige und reformorientierte Amtsführung. Wilhelm Anton war ein Vertreter einer gemäßigten Aufklärung innerhalb der katholischen Kirche und trug zur Stabilität des Hochstifts in einer Zeit wachsender politischer und gesellschaftlicher Umbrüche bei.
Der Bischofsstuhl in Paderborn war schon zwei Jahre vakant gewesen, ehe das Domkapitel endlich Wilhelm Anton von Asseburg zum neuen Fürstbischof wählte. Grund für diese lange Sedisvakanz ist der Interessenskonflikt zwischen den beiden Koalitionen im Siebenjährigen Krieg. Die englisch-preußische-reformierte Partei versuchte, die Wahl eines katholischen Bischofs zu verhindern, um Paderborn wenigstens neutral zu halten. Sie hoffte, das geistliche Fürstentum zu einem günstigen Zeitpunkt zu säkularisieren.
Doch Paderborn hatte das Glück, einen uralten Freundschaftsbund mit dem Bistum von Le Mans im katholischen Frankreich zu besitzen. Dieser „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ reichte zurück bis ins 9. Jahrhundert, als die Reliquien des heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn überführt wurden. Der Bischof von Le Mans veranlasste, dass der katholische Ludwig XV. direkt und persönlich intervenierte, seine Interessen zu wahren und das Abgleiten Paderborns ins reformierte Lager durch die Wahl eines Fürstbischofs zu verhindern. So wurde eine Wahl möglich. Das Domkapitel von Paderborn entschied sich für ein Mitglied des westfälischen Niederadels, Wilhelm Anton von der Asseburg. Er besaß nicht genug Hausmacht, um die englisch-preußische Partei zu beunruhigen, stellte aber gleichzeitig sicher, dass die Interessen der katholischen Mächte Frankreich, Österreich und Spanien gewährleistet waren. Diese Wahl war entscheidend dafür, dass Paderborn als katholisches Fürstbistum in einem protestantischen Umfeld weiterbestehen konnte.
Münzen anlässlich solcher Bischofswahlen herauszugeben, ist in der Numismatik nicht ungewöhnlich. Allerdings findet man nur selten eine so schwere Goldprägung. Wir dürfen davon ausgehen, dass sie als Geschenk für eine Person gedacht war, die bei der Bischofswahl in den Augen des neuen Bischofs große Verdienste erworben hatte.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Information for lot 729 from Auction 427
| Nominal/Year | 12 Dukaten 1763, |
|---|---|
| Mint | Neuhaus, |
| Rarity | Von allergrößter Seltenheit. Wohl einziges Exemplar in Privatbesitz. |
| Condition | Vorzüglich-Stempelglanz / In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung MS 61 (6320013-006). |
| Quotes | Fb. 1963 a; Schwede - (vgl. 284 A/a); Weing. - (vgl. 268) |