PREUSSEN, KÖNIGREICH Friedrich (III.) I., 1701-1713. Goldmedaille zu 50 Dukaten 1701,
PREUSSEN, KÖNIGREICH Friedrich (III.) I., 1701-1713. Goldmedaille zu 50 Dukaten 1701,
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Description
GOLD. Von großer Seltenheit. Kl. Probierspur unter dem Brustbild der Vorderseite, Kratzer, sonst vorzüglich Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 60, Osnabrück 2000, Nr. 4168.
Die Umschrift der Vorderseite dieser interessanten welfischen Medaille lautet: "Sophia aus der Wurzel der Kurfürsten von der Pfalz, Enkelin Jakobs I. König von Großbritannien, Witwe Ernst Augusts, Kurfürst von Braunschweig und Lüneburg wurde 1701 zur englischen Prinzessin mit dem Recht der Thronfolge ernannt". Zur Sicherung der protestantischen Thronfolge beschloß das englische Parlament 1701 den "Act of Settlement", der bestimmte, daß nach dem zu erwartenden kinderlosen Ableben Wilhelms III. und Annas, die Nachkommen Sophias den englischen Thron besteigen sollten, unter der Bedingung, daß sie protestantisch blieben. Die Rückseite soll eine alte Verbindung zwischen den Welfen und England aufzeigen; die Umschrift heißt: "Matilde, Tochter Heinrichs II., König von England, Gemahlin Heinrichs des Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen, Mutter des Kaisers Otto IV., vorher Herzog von Aquitanien, des Pfalzgrafen bei Rhein, Heinrich, und des Herzogs Wilhelm, Stammvater des Braunschweiger Hauses". Der Titel von Aquitanien überrascht in diesem Zusammenhang, doch hatte die Mutter Ottos IV. diesen Titel eingebracht, den sie von ihrer Mutter Eleonore von Aquitanien hatte. Da Sophia zwei Monate vor dem Anfall der Erbschaft 1714 starb, wurde ihr Sohn als Georg I. König von Großbritannien. Ihre Tochter Sophie Charlotte heiratete den brandenburgischen Kurprinzen Friedrich, später Kurfürst Friedrich III. im Jahre 1684 und wurde 1701 die erste Königin Preußens. Ihre Enkelin Sophie Dorothea heiratete den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. Diese hochseltene Medaille demonstriert in besonderer Weise die enge Verflechtung der europäischen Herrscherhäuser. Zwischen den Welfen und den Hohenzollern kam die letzte spektakuläre Verbindung 1913 zustande, als Viktoria Luise, die einzige Tochter Kaiser Wilhelms II. und Ernst August, der letzte regierende Herzog von Braunschweig und Lüneburg, prunkvoll in Berlin Hochzeit hielten.
Sophia, geboren am 14.10.1630 in Haag, war die Tochter Friedrichs V. von der Pfalz, des Winterkönigs, sowie Elisabeth Stuarts. Nach einer ausgezeichneten Ausbildung verlobte sie sich mit Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, löste diese Verbindung wieder auf und heiratete stattdessen 1658 seinen Bruder Ernst August, der seit 1662 evangelischer Bischof von Osnabrück war. Als Enkelin des englischen Königs James I. hatte Sophia Anspruch auf die englische Krone, der nach Ausschluß der Katholiken von der Thronfolge im Thronfolgegesetz von 1701 (act of settlement) manifestiert wurde und ihren Sohn tatsächlich 1714 als Georg I. auf den englischen Thron brachte. Sophia, die ihren Wohnsitz Herrenhausen zu einem Zentrum der Kultur und Wissenschaft gemacht hatte, starb dort am 8.6.1714 im Alter von 83 Jahren.
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Information for lot 2076 from Auction 120
| Nominal/Year | Goldmedaille zu 50 Dukaten 1701, |
|---|---|
| Rarity | Von großer Seltenheit. |
| Weight | 170,61 g finegold |
| Quotes | Brockmann (Braunschweig) 752; Eimer 385; Stemper 197 |