PREUSSEN, KÖNIGREICH Ostpreußen unter russischer Besatzung. 1/6 Taler 1761 ohne Münzzeichen, Königsberg.
PREUSSEN, KÖNIGREICH Ostpreußen unter russischer Besatzung. 1/6 Taler 1761 ohne Münzzeichen, Königsberg.
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Schrötlingsfehler, vorzüglich Zarin Elisabeth I. Petrovna hatte am 31. Dezember 1757 Ostpreußen zum russischen Eigentum erklärt, nachdem bereits im Juni und August russische Truppen siegreich in den Osten der Provinz einmarschiert waren, sich jedoch aufgrund aufkommender Versorgungsschwierigkeiten im Oktober bis nach Memel zurückgezogen hatten. Bei ihrem abermaligen Einmarsch konnte die russische Streitmacht im Januar 1758 ohne nennenswerte Gegenwehr vordringen und ganz Ostpreußen okkupieren. Königsberg kapitulierte am 21. Januar. Die Provinz behielt unter der russischen Herrschaft eine gewisse Selbständigkeit. Die Landesgesetze blieben bestehen, ebenso die Verwaltungs- und Justizkollegien samt ihren Beamten, nur erhielten sie russische Offiziere als Aufsichtsinstanzen beigeordnet. Die höchste Gewalt im Lande oblag dem Militärgouverneur Graf Fermor bzw. seinen Amtsnachfolgern von Korff und Surowow. Die Russen forderten von der Bevölkerung umfangreiche Naturallieferungen an die Armee und von den Städten Kriegskontributionen, die 1758 und 1759 jeweils 1 Million Taler betrugen. Das Gebot der Ablieferung jeglicher Waffen, die Überwachung des Postwesens und die Pressezensur sollten der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung im Lande dienen. Seit 1759 entstand für Ostpreußen spezielles Besatzungsgeld, das 1759-1762 in Königsberg und 1761 auch in Moskau geprägt wurde, einerseits um den Handel und Wandel zu fördern, andererseits aber auch, um mit der Ausübung des Münzrechts die Zarin als neue Landesherrin zu präsentieren. Die vormaligen Bediensteten der Münzstätte Königsberg waren vor Ankunft der Besatzer geflohen, mit Ausnahme des Münzkontrolleurs Bernhard Friedrich Zitemann, der im April als russischer Münzmeister angenommen und vereidigt wurde. Der Tod der Zarin Elisabeth am 5. Januar 1762 und der von ihrem Nachfolger Zar Peter III. am 5. Mai mit dem Preußenkönig geschlossene Frieden sah eine sofortige Rückgabe Ostpreußens vor, die aber nicht unmittelbar umgesetzt wurde, da der Zar im Juli einem Mord zum Opfer fiel und seine Gemahlin und Thronfolgerin Elisabeth II. zunächst den Friedensschluss überdachte. Doch am 6. August trat Ostpreußen wieder unter die Herrschaft König Friedrichs II. Die letzten russischen Soldaten verließen das Land im September 1762.
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Information for lot 4502 from Auction 116
| Nominal/Year | 1/6 Taler 1761 |
|---|---|
| Mint | ohne Münzzeichen, Königsberg. |
| Quotes | Olding 452 a; v. Schr. 1859 |