KAISERREICH Katharina II., 1762-1796. Ku.- Rubel 1771, Sestroretsk.
KAISERREICH Katharina II., 1762-1796. Ku.- Rubel 1771, Sestroretsk.
Estimated price : €50,000
Hammer price
My notes
Description
Von größter Seltenheit. Fast vorzüglich Mit Expertise des "Swedish committee against coin forgeries", abgezeichnet am 12.10.1983 von B. F. Brekke.
Diese imposante Kupfermünze, die mehr als ein Kilogramm wiegt, hat ihren Ursprung in einem Münzgesetz der Zarin Katharina II. von 1770. Es sollten Kupferrubel hergestellt werden zur Einlösung der in den Jahren 1769 bis 1771 ausgegebenen Papiergeldes. Diese Papier-Assignaten, die für den Staat einen zinslosen Kredit bedeuteten, sollten die kapitalintensive Kriegsführung der streitbaren Zarin finanzieren. Insgesamt wurde in drei Jahren Papiergeld für einen Nennwert von mehr als einer Million Rubel emittiert. Die Scheine waren ausschließlich einlösbar in Kupfermünzen, die deshalb in einer großen Summe bereit gestellt werden mußten. Es erschien den Beamten einerseits günstiger, eine einzige schwere 1-Rubel-Kupfermünze zu produzieren als 20 Stück des damals größten Kupfernominals zu 5 Kopeken. Andererseits hoffte man wohl auch, daß das Publikum wegen des unpraktischen Formats und Gewichts der neuen Kupferrubel weniger Gebrauch von der Einlösungsmöglichkeit der Scheine machen würde.
Die Herstellung, die in der nahe St. Petersburg gelegenen Waffenfabrik von Sestroretsk stattfinden sollte, stellte sich jedoch nach kurzer Zeit als unmöglich heraus. Die Schrötlinge sollten aus großen Kupferzainen maschinell herausgesägt werden. Eine eigens zu diesem Zweck konstruierte Maschine hatte 25 Sägen, die jeweils mit Wasser gekühlt werden mußten. Bereits bei den ersten Versuchen waren die Sägen trotz Kühlung so überhitzt, daß die Schrötlinge unmögliche Formen aufwiesen. Auch andere Methoden schlugen fehl oder erwiesen sich als wesentlich teurer als die Produktion einer entsprechenden Menge von Fünfkopekenstücken. Nach acht Jahren mit diversen Experimenten wurde das Projekt aufgegeben, und die Stempel an die Münzstätte St. Petersburg abgegeben. Offenbar wurden nur drei Proben (Originale) an den russischen Senat abgeliefert, von denen sich heute eine in der Eremitage befindet.
Im Jahr 1836 wies der russische Finanzminister Kankhrin die Münzstätte St. Petersburg an, von den Originalstempeln des von den großen Sammlern des 19. Jahrhunderts bereits sehr begehrten Sestroretsk-Kupferrubels einige Novodels anzufertigen. Da der Ring mit der Randschrift verloren gegangen war, wurde beschlossen, zwei neue Ringe herzustellen. Nach den Forschungen von Bernhard F. Brekke, auf denen diese Ausführungen beruhen, wurden zwischen 1840 und 1860 insgesamt 40 bis 50 Novodels des schweren Kupferrubels hergestellt. In Privatbesitz waren Brekke lediglich 5 Exemplare bekannt. Wir freuen uns, Ihnen eine der berühmtesten russischen Raritäten anbieten zu können, die gleichzeitig zu den interessantesten Phänomenen der europäischen Geldgeschichte zählt.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Information for lot 8246 from Auction 178
| Nominal/Year | Ku.- Rubel 1771, |
|---|---|
| Mint | Sestroretsk. |
| Rarity | Von größter Seltenheit. |
| Quotes | Bitkin H 997 (R3) |