SACHSEN, HERZOGTUM (Ernestiner nach dem Verlust der Kurwürde) Johann Friedrich I. der Großmütige als Herzog, 1552-1554. Doppelter Goldgulden 1552, Saalfeld,
SACHSEN, HERZOGTUM (Ernestiner nach dem Verlust der Kurwürde) Johann Friedrich I. der Großmütige als Herzog, 1552-1554. Doppelter Goldgulden 1552, Saalfeld,
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Description
GOLD. Von allergrößter Seltenheit und besonderer numismatischer Bedeutung. Vorzügliches Exemplar mit feiner Tönung Exemplar der Sammlung Dr. Friederich, der Sammlung Wunderly, Auktion L. & L. Hamburger 14 ("Raritäten-Cabinett"), Frankfurt/Main 1898, Nr. 241 und Auktion Münzen und Medaillen AG 77, Basel 1992, Nr. 805.
In dem kürzlich erschienen Werk "Die sächsisch-ernestinischen Münzen, 1551-1573" von L. Koppe ist dieses Stück nicht verzeichnet. Der Vs.-Stempel entspricht Koppe 232, der Rs.-Stempel Koppe 245 b. Das Exemplar der Slg. Merseburger 2895 trägt auf der Rs. einen Doppeladler mit Reichsapfel auf der Brust. Das hier angebotene Stück ist somit in der Fachliteratur unbekannt
Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige zählt zu den berühmtesten Fürsten der deutschen Geschichte. Der Neffe Friedrichs des Weisen nahm an allen wichtigen Ereignissen der Reformation persönlich Anteil und stand als Schirmherr in enger Beziehung zu Martin Luther, der ihm mehrere seiner Werke widmete. Sein Verhältnis zu Kaiser Karl V. war seit der Annullierung eines Ehevertrags mit Karls Schwester Katharina gespannt. Er erreichte 1536 die Verlängerung des protestantischen Schmalkaldischen Bundes und gehörte mit Philipp dem Großmütigen von Hessen zu den zentralen Figuren im Schmalkaldischen Krieg 1546/1547. Johann Friedrich verlor als Führer der Bundestruppen am 24. April 1547 die Schlacht bei Mühlberg und wurde am 10. Mai 1547 sogar zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde nicht vollstreckt; der Herzog blieb jedoch bis 1552 in Haft und verlor die Kurwürde, die auf die albertinische Linie überging. Nach seiner im Passauer Vertrag von 1552 festgelegten Freilassung blieben ihm nur noch zwei Jahre Regierungszeit als Herzog von Sachsen. Der hier angebotene doppelte Goldgulden mit der Titulatur seines Gegners Karl V. zeigt Johann Friedrich, mit einer tiefen Schramme auf der linken Backe. Zu dieser Wunde, die der Fürst in der Schlacht bei Mühlberg erhalten hatte, bemerkte Wilhelm Ernst Tentzel: "Wir stehen hier bey Betrachtung dieser Schramme des Chur-Fürstens etwas stille, welche derselbe aus der Mühlbergischen Schlacht davon getragen hatte. Wir wollen hierüber drey Zeugen abhören, die im Treffen selbst gegenwärtig gewesen. Der erste, Hans Baumann, erzehlet, der Churfürst habe sich männlich und tapfer gewehret und darüber eine Wunde im lincken Backen bekommen. Der andere ist Avila, der vom Churfürsten schreibet, er war gantz und gar mit Blut beschweist, denn er in den lincken Backen verwundet war. Der dritte, Hieronymus Faleta, des Herzogs zu Ferrara dahmaliger Legat in Teutschland, gedenckt auch seiner Wunde im lincken Backen. Auch bezeugen solches insgemein die Gemählde und Kupfferstiche." Wir freuen uns, diese attraktive Renaissanceprägung anbieten zu können, die historisch außerordentlich bedeutend und interessant ist.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Information for lot 451 from Auction 100
| Nominal/Year | Doppelter Goldgulden 1552, |
|---|---|
| Mint | Saalfeld, |
| Rarity | Von allergrößter Seltenheit und besonderer numismatischer Bedeutung. |
| Quotes | Fb. 2937 ("very rare"); Koppe - (232/245 b); Slg. Merseb. - |