KÖNIGREICH Johann III., 1568-1592. 10 Dukaten (Portugalöser) o. J. (1585/1586), Stockholm.
KÖNIGREICH Johann III., 1568-1592. 10 Dukaten (Portugalöser) o. J. (1585/1586), Stockholm.
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Description
GOLD. Von größter Seltenheit. 3. bekanntes Exemplar in Privatbesitz. Henkelspur, sehr schön Exemplar der Slg. J. F. H. Oldenburg, Auktion Bukowski 119, Stockholm 1899, Nachtrag 2, Nr. 45; der Slg. Lars Emil Bruun, Teil 1, Auktion Adolph Hess Nachfolger 151, Frankfurt/Main 1914, Nr. 504 und der Slg. T. J. Clarke, Jamestown (USA); durch Vermittlung von Emile Bourgey, Paris, seit 1962 Exemplar der Slg. P. O. Nordin, Paris. Erworben 1989 von Bjarne Ahlström, Stockholm.
König Johan unterschied sich in vielerlei Hinsicht - jedoch nicht vom äußeren Erscheinungsbild oder Temperament - von seinem bedeutenden Vater Gustav I. Vor allem mangelte es Johan an Interesse und Begabung für Ökonomie und eine vernünftige Geldpolitik. Hingegen war er begeistert von Baukunst, Geschichte und Theologie - von allen ästhetischen und geistigen Feldern. In Bezug auf Münzen und Medaillen hatte Johan sehr bestimmte Auffassungen, auch wenn er durch die maßlose Ausgabe von minderwertigen Silbermünzen die schlimmste Inflation der schwedischen Geldgeschichte hervorgerufen hat. Er ließ andererseits zu besonderen Anlässen Prachtmünzen in Gold und Silber ausprägen und zeigte sich dabei alles andere als sparsam! Der hier vorliegende Potugalöser ist von den Stempeln geprägt, mit denen auch eine große Menge an Doppeltalern hergestellt wurden. Letztere sollen als Bestechungsgelder für den polnischen Reichstag bei der Wahl seines Sohnes Sigismund im Jahr 1587 verwendet worden sein. Die offiziellen Münzakten enthalten keine Hinweise zu der königlichen "Privatprägung". Die Stücke wurden dem König persönlich übergeben. Dennoch gelang es der Historikerin Birgitta Odén, näheres über die Prachtmünzen des Königs Johan in Erfahrung zu bringen (NNÅ 1961, S. 77-83).
Der König befahl im Sommer 1585 die Beschaffung von Gold, und zwar von "gutem ungarischen Gold". Dies geschah durch den Verkauf von Kupfer in Lübeck und Stockholm. Deshalb sind in den Handelsrechnungen für Kupfer auch Informationen über die nachfolgende Ausprägung von Goldmünzen enthalten.
Bei der ersten Ausmünzung wurden aus den eingeschmolzenen ungarischen Goldgulden 45 Stück Portugalöser (= je 10 Dukaten) geprägt. Dies war die bis dahin größte Goldmünze nach dem Vorbild der großen portugiesischen Goldprägungen des 16. Jahrhunderts. Sie wurden dem König auf Schloß Svartsjö ausgehändigt. Die zweite Emission umfasste 641 doppelte Rosenobel, die der König auf Schloss Stegeborg im September 1568 erhielt. Kurz danach fand die dritte Emission statt mit drei Portugalösern und neun doppelten Rosenobeln. In diesem Fall wissen wir, dass diese Stücke zwei bekannten Theologen und Humanisten in Rostock übergeben wurden, Professor David Chytraeus und dessen Schwiegersohn, Magister Johannes Frederus. Die beiden Herren sollten eine positive Haltung gegenüber dem schwedischen König, seiner Kirchenpolitik und Liturgie (dem "Roten Buch") einnehmen. Zu den drei erwähnten Ausprägungen ist noch eine vierte zu ergänzen, die in Band 3 der Schatzkammer (Schwedisches Kammerarchiv) verzeichnet ist. Die Akte belegt, dass Münzmeister Gilles Coyet, der Ältere, am 4. Januar 1586 400 ungarische Goldgulden erhielt, die er in 20 Potugalöser und 46 doppelte Rosenobel umprägte, um sie an Herzog Sigismund (Sohn König Johans und späterer polnischer König) auszuliefern. Sie wurden wohl mit einer größeren Anzahl von Doppeltalern als Bestechungsmittel bei der bevorstehenden Königswahl in Polen verwendet.
Insgesamt sind somit laut der schriftlichen Überlieferung 68 Portugalöser geprägt worden. Es sind auch einige doppelte Portugalöser geschlagen worden, zu denen jedoch keine Hinweise in den Handelsrechnungen enthalten sind.
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Information for lot 7009 from Auction 219
| Nominal/Year | 10 Dukaten (Portugalöser) o. J. (1585/1586), |
|---|---|
| Mint | Stockholm. |
| Rarity | Von größter Seltenheit. 3. bekanntes Exemplar in Privatbesitz. |
| Quotes | Ahlström 2 (R); Fb. 3; Hagander 22; Levin 3 |