KÖNIGREICH Sten Sture der Jüngere, 1512-1520. Gyllen 1512, Stockholm.
KÖNIGREICH Sten Sture der Jüngere, 1512-1520. Gyllen 1512, Stockholm.
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Description
Von allergrößter Seltenheit. 5. bekanntes Exemplar und 3. bekanntes Exemplar in Privatbesitz. Dunkle Patina, winz. Schrötlingsfehler, winz. Randfehler, attraktives, sehr schönes Exemplar Exemplar der Auktion Bank Leu AG 51, Zürich 1990, Nr. 1247. Erworben in der Auktion Bankhaus Partin 52, München 1997, Nr. 154.
Die erste schwedische Großsilbermünze hat eine sehr spannende und interessante Geschichte. Im Sommer 1512 gelang es dem 19-jährigen Sten Sture dem Jüngeren aus dem Geschlecht "Nacht und Tag", den Anfang 1512 für das Amt des Reichsverweser ausersehenen Reichsrat Erik Trolle zu verdrängen. Am Silvestertag 1511 oder am Neujahrstag 1512 (der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt) war nämlich Stens Vater, der Reichsverweser Svante Nilsson, gestorben. Auf der Wahlversammlung in Uppsala im Sommer 1512 wurde jedoch "der junge Herr Sten" (und nicht Erik Trolle) zum Nachfolger bestimmt. Auf einem Treffen in Stockholm wurden die führenden schwedischen Adeligen gezwungen, die Wahl anzuerkennen. Die ganze Prozedur spielte sich in der sogenannten Unionszeit ab, in der Dänemark, Norwegen und Schweden seit der Union von Kalmar 1397 ein Reich bildeten. Schweden hatte seit den 1430er Jahren mehrfach den dänischen Unionskönigen den Zugang zur schwedischen Regierung verweigert. Eine Zeit lang hatte Schweden einen eigenen König, Karl Knutsson aus dem Adelsgeschlecht Bonde. Seit dessen Tod im Jahr 1470 wurde Schweden zumeist von Reichsverwesern regiert, lediglich in den Jahren 1497-1501 konnte der dänisch-norwegische König Hans die Regierung ausüben. Im Jahr 1501 zog Reichsverweser Sten Sture der Ältere die Macht wieder an sich. König Hans starb 1513, und sein Sohn Christian II. war fest entschlossen, die Union wiederherzustellen. Dies sollte ihm erst im Jahr 1520 für kurze Zeit gelingen. Bis dahin regierte der Reichsverweser Sten Sture der Jüngere, der auch nach dem Königstitel strebte, aber vor der Realisierung dieses Planes in der Schlacht von Åsunden fiel.
Die äußerst seltenen Großgold- und Großsilbermünzen mit der Jahreszahl 1512 müssen mit der Wahl Sten Stures des Jüngeren zum Reichsverweser in Zusammenhang stehen. Auf der Vorderseite ist der schwedische Heilige und König, St. Erik (getötet 1160), mit Krone, Schwert und Reichsapfel in Rüstung und Mantel zu sehen. Zwischen den Füßen befindet sich der Wappenschild des Adelsgeschlechtes "Nacht und Tag", in den heraldischen Farben Gold und Blau. Die Rückseite zeigt das gekrönte schwedische Dreikronen-Wappen. Laut Umschrift sind die Großmünzen von 1512 in Stockholm geprägt. Vielleicht wurden sie während der Huldigung für den neuen Reichsverweser ausgeworfen oder verteilt.
Bald ließ Sten auch Münzen (Örtuge und halbe Örtuge) mit der Inschrift "Sten Sture Ritter" und ähnlich ausgegeben. Der in deutscher Sprache auf den Stücken ausgegeben Titel "Ritter" (es gab zu dieser Zeit in Schweden keinen höheren Adelsrang) läßt auf einen deutschen Stempelschneider (vielleicht aus Lübeck oder Bremen) schließen. Von dieser Rarität gibt es drei Varianten (Lagerqvist 1a-1c). Hier liegt die Variante Lagerqvist 1a vor, die in einem Exemplar in Gold (Münzkabinett Dresden, 31,61g) sowie in fünf Exemplaren in Silber bekannt sind: a) Sammlung der Freiherren Bonde, Teil 1, Auktion Nordlinds Mynthandel, Stockholm 2007, Nr. 87 (13,57 g); b) Sammlung Gunnar Ekström, Auktion Ahlström 14, Stockholm 1977, Nr. 16 (25,50 g); c) das vorliegende Exemplar (28,86 g); d) und e) Königliches Schwedisches Münzkabinett, Stockholm (23,28 g und 30,86 g).
Um welches Nominal es sich bei der vorliegenden Rarität handelt, ist nicht klar. Der Feingehalt beträgt ca. 14 Lot (16 Lot entsprechen reinem Silber). Die schwedische Markwährung, die erst ab 1536 zur Ausprägung kam, kommt hier kaum in Frage, obwohl die Münze in der Regel "Sturemark" genannt wird. Das "halbe" Stück aus der Sammlung der Freiherren Bonde (13,57 g) entspricht in etwa den 2/3-Mark-Stücken aus Lübeck von 1502, die jedoch einem Feingehalt von 15 Lot aufweisen. Das vorliegende Stück entspricht im Gewicht den frühen deutschen Guldengroschen und dem ab 1534 geprägten Dalern des Königs Gustav Eriksson Vasa. Wir bezeichnen die vorliegende Prägung versuchsweise als Silbergulden ("Silvergyllen").
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Information for lot 7002 from Auction 219
| Nominal/Year | Gyllen 1512, |
|---|---|
| Mint | Stockholm. |
| Rarity | Von allergrößter Seltenheit. 5. bekanntes Exemplar und 3. bekanntes Exemplar in |
| Quotes | Hagander -; Lagerqvist I, 1 a |