SOUVERÄNER MALTESER RITTERORDEN (SOUVERÄNER RITTER- UND HOSPITALORDEN VOM HL. JOHANNES ZU JERUSALEM, VON RHODOS UND VON
SOUVERÄNER MALTESER RITTERORDEN (SOUVERÄNER RITTER- UND HOSPITALORDEN VOM HL. JOHANNES ZU JERUSALEM, VON RHODOS UND VON
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Description
RRRR II Aus einer bedeutenden deutschen Privatsammlung, davor ex 30. Auktion der Firma Andreas Thies e. K. am 15. Juli 2006, Kat. Nr. 212, davor in einer bedeutenden amerikanischen Sammlung, davor in der Sammlung Michael Autengruber.
Historisch höchst bedeutendes Exemplar aus der ersten Anfertigungsserie der Insignien, die Anfang 1782 vom bayerischen Kurfürsten Carl Theodor (1724-1799) zur Errichtung des Großpriorates Bayern und der Bayerischen Zunge am 15. April 1782 für die Aufnahme neuer Komture in Auftrag gegeben worden war. Ein Exemplar in nahezu identischer Fertigung, jedoch mit einer Bandschleife als Überhöhung (statt einer Trophäe) wurde in einer Auktion der Firma Otto Helbing Nachf. in München am 5. Dezember 1932 unter der Kat. Nr. 399 angeboten und zugeschlagen. Ein weiteres, in der Fertigung späteres Exemplar wurde in der 32. Auktion der Firma Andreas Thies e. K. am 3. Mai 2007, Kat. Nr. 20, angeboten. Darüber hinaus befindet sich in der Ausstellung des Bayerischen Armeemuseums in Ingolstadt ein weiteres Exemplar in einer etwas späteren Anfertigung um ca. 1790.
Nach mühsamen Verhandlungen gelang es Kurfürst Carl Theodor für Bayern (in Abgrenzung zum deutschen Großpriorat) mit Zustimmung sowohl Papst Pius VI. (1717-1799), der vom 26. April bis zum 2. Mai 1782 in München weilte, als auch des Fürst-Großmeisters des Ordens, Frà Emmanuel de Rohan-Polduc (1725-1797), das Großpriorat Bayern und die (Englisch-) Bayerische Zunge des Malteserordens zu errichten. Es wurde mit den ehemaligen Besitzungen des 1773 von Papst Clemens XIV. (1705-1774) aufgehobenen Jesuitenordens ausgestattet, und diente fortan als eine Art kurfürstliches Belohnunginstitut für den bayerischen Adel.
Nach dem Fall Maltas (an Napoléon Bonaparte) im Juni 1798 und der Erhebung des russischen Kaisers Paul I. (1754-1801) zum de facto- Großmeister im gleichen Jahr, ging dieser umgehend daran, durch Errichtung eines russischen (nicht katholischen) Großpriorates die bisherige bayerische in eine bayerisch-russische Zunge zu erweitern, das sehr rasch eine große Anzahl an Mitgliedern aus dem russischen Hochadel aufnahm, wodurch das bayerische Großpriorat deutlich ins Hintertreffen geriet. Somit sind die Insignien der bayerischen Zunge, also auch das hier angebotene Exemplar, als direkte Vorläufer der Insignien des russischen Großpriorates anzusehen.
Nach der Ermordung Zar Pauls I. am 12. (24.) März 1801 setzte sein Sohn und Nachfolger Alexander I. (1777-1825) diese maltesischen Ambitionen nicht weiter fort, was schlußendlich zur Aufhebung des russischen Großpriorates führte. Auch in Bayern ereilte das hier ansässige Großpriorat seinen Niedergang, bis es am 8. September 1808 definitiv vom bayerischen König Max I. Joseph (1756-1825) aufgehoben wurde.
Die Entdeckung des hier angebotenen Ordenskreuzes vor Jahren und seine Erforschung durch den Katalogautor und Klaus H. Feder führte zur bis dahin unbekannten Erkenntnis, daß die bayerische Zunge, bzw. das Großpriorat Bayern, über eigene Insignien mit Löwen zwischen den Kreuzarmen verfügten, die zu den seltensten bayerischen Ordensinsignien überhaupt zählen, was auch von der neueren Forschung größtenteils immer noch nicht berücksichtigt worden ist. Autengruber und Feder haben in ihrem hier beigefügten Werk die Geschichte des bayerischen Großpriorates und seiner Insignien nachgezeichnet und durch zahlreiches Bildermaterial dessen Authentizität aufs deutlichste belegt.
Weitere Insignien des Souveränen Malteser Ritterordens finden Sie unter Österreich, Kat. Nr. 748 und 749.
Information for lot 727 from Auction 240
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