Auction 444
·
Lot 2420
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Lot 2420
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Lot 2420
25 Jun 2026
8:00 am
DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN
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TRIER
ERZBISTUM Johann Philipp von Walderdorff, 1756-1768. Silbermedaille 1756,
25 Jun 2026
8:00 am
DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN
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TRIER
ERZBISTUM Johann Philipp von Walderdorff, 1756-1768. Silbermedaille 1756,
My notes
Description
ERZBISTUM Johann Philipp von Walderdorff, 1756-1768. Silbermedaille 1756, von W. Dobicht, auf seinen Regierungsantritt. IOAN Ü PHIL Ü D Ü G Ü A - EP Ü ET EL Ü TREV Ü PRINC Ü ADM Ü PRUM Ü PERP Ü (Johann Philipp von Gottes Gnaden Erzbischof und Kurfürst von Trier Immerwährender Administrator von Prüm) Brustbild r. in geistlichem Ornat, darunter DOBICHT//Ansicht der Burg Molsberg (Geburtsort Johann Philipps) in hügeliger Landschaft, darüber aufsteigender Adler (der Johann Philipp symbolisiert), oben Sonnenstrahlen in Wolken mit zwei Händen, die ihm die Insignien der geistlichen und weltlichen Gewalten entgegenreichen, oben EX ALTO ALTIUS Ü (Von Hohem zu Höherem), im Abschnitt: MOLZBERGENSES / FELICITATES / MDCCLVI (Glückwünsche aus Molsberg 1756). Mit Randschrift: r PRO FIDE ET PATIRA MANSVETE ET GENEROSE Ü (Für Gott, Glaube und Vaterland sanftmütig und hochherzig). 41,20 mm; 29,87 g. Schneider/Forneck 56 b.
Von größter Seltenheit. Vorzüglich
Exemplar der Auktion UBS 62, Basel 2005, Nr. 1710.
Bei der vorliegenden Medaille fällt auf, dass die Titulatur von der üblichen Form abweicht, denn eigentlich müsste es PRINC Ü EL Ü für Kurfürst heißen; auch wurde der dazugehörige Reichsbezug S Ü R Ü I Ü unterlassen.
Die Familie Walderdorff muss sehr stolz auf ihr Mitglied gewesen sein, das 1756 zum Kurfürsten und Erzbischof von Trier erhoben wurde. Sie beauftragte den Neuwieder Medailleur Wilhelm Dobicht, eine Medaille auf das Ereignis herzustellen. Er schuf ein bedeutsames Werk, das auf der Vorderseite das eher konventionelle Portrait des Kurfürsten und auf der Rückseite die mittelalterliche Burg in Molsberg (erste Erwähnung 1116) detailgetreu abbildete. Damit war ein wichtiges burgengeschichtliches Denkmal entstanden, denn der baufreudige Kurfürst beschloss wenige Jahre später, die Burg abreißen zu lassen und ein barockes Schloss an seiner Stelle zu errichten. Der Abriss erfolgte Zug um Zug ab 1760, doch wurde der gleichzeitig entstehende Schlossbau nach dem Tode Johann Philipps 1768 eingestellt und nie vollendet.
Rechts neben der Burg, von der auch ein Holzmodell aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist, erblickt man in der Ferne die altehrwürdige Pfarrkirche St. Adelphus in Salz. Der romanische Bau geht auf das 12. Jahrhundert zurück, und Molsberg gehörte zum Kirchspiel Salz, das zu den Urpfarreien des Westerwaldes zählt. Einige derer von Walderdorff wurden auch in dieser Kirche beigesetzt, nachdem die Familie 1657 von Kurtrier mit der Burg Molsberg belehnt worden war und sie zu ihrem Hauptsitz wurde.
Die Medaille ist auf dem Titelumschlag des hervorragenden Ausstellungskataloges von 1985 "Geld im Westerwald: Münzprägung und Geldumlauf" von Konrad Schneider und Gerd Martin Forneck sowie auf der einschlägigen Monographie von 1979 über die Prägungen des Erzbischofs Johann Philipp von Walderdorff "Das Kurtrierische Münzwesen unter Johann Philipp von Walderdorff, 1756-1768" von denselben Autoren abgebildet. Beide Bücher enthalten zahlreiche geldgeschichtliche Hintergrundinformationen zur Münzprägung dieses Erzbischofs.
Von größter Seltenheit. Vorzüglich
Exemplar der Auktion UBS 62, Basel 2005, Nr. 1710.
Bei der vorliegenden Medaille fällt auf, dass die Titulatur von der üblichen Form abweicht, denn eigentlich müsste es PRINC Ü EL Ü für Kurfürst heißen; auch wurde der dazugehörige Reichsbezug S Ü R Ü I Ü unterlassen.
Die Familie Walderdorff muss sehr stolz auf ihr Mitglied gewesen sein, das 1756 zum Kurfürsten und Erzbischof von Trier erhoben wurde. Sie beauftragte den Neuwieder Medailleur Wilhelm Dobicht, eine Medaille auf das Ereignis herzustellen. Er schuf ein bedeutsames Werk, das auf der Vorderseite das eher konventionelle Portrait des Kurfürsten und auf der Rückseite die mittelalterliche Burg in Molsberg (erste Erwähnung 1116) detailgetreu abbildete. Damit war ein wichtiges burgengeschichtliches Denkmal entstanden, denn der baufreudige Kurfürst beschloss wenige Jahre später, die Burg abreißen zu lassen und ein barockes Schloss an seiner Stelle zu errichten. Der Abriss erfolgte Zug um Zug ab 1760, doch wurde der gleichzeitig entstehende Schlossbau nach dem Tode Johann Philipps 1768 eingestellt und nie vollendet.
Rechts neben der Burg, von der auch ein Holzmodell aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist, erblickt man in der Ferne die altehrwürdige Pfarrkirche St. Adelphus in Salz. Der romanische Bau geht auf das 12. Jahrhundert zurück, und Molsberg gehörte zum Kirchspiel Salz, das zu den Urpfarreien des Westerwaldes zählt. Einige derer von Walderdorff wurden auch in dieser Kirche beigesetzt, nachdem die Familie 1657 von Kurtrier mit der Burg Molsberg belehnt worden war und sie zu ihrem Hauptsitz wurde.
Die Medaille ist auf dem Titelumschlag des hervorragenden Ausstellungskataloges von 1985 "Geld im Westerwald: Münzprägung und Geldumlauf" von Konrad Schneider und Gerd Martin Forneck sowie auf der einschlägigen Monographie von 1979 über die Prägungen des Erzbischofs Johann Philipp von Walderdorff "Das Kurtrierische Münzwesen unter Johann Philipp von Walderdorff, 1756-1768" von denselben Autoren abgebildet. Beide Bücher enthalten zahlreiche geldgeschichtliche Hintergrundinformationen zur Münzprägung dieses Erzbischofs.
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Information for lot 2420 from Auction 444
| Nominal/Year | Silbermedaille 1756, |
|---|---|
| Rarity | Von größter Seltenheit. |
| Quotes | Schneider/Forneck 56 b |