Sulaymân II. ibn Ibrâhîm, 1099-1102 H./1687-1691 AD. Osmanische Gegenstempel auf venezianischen Zecchini und deren Imitationen
Sulaymân II. ibn Ibrâhîm, 1099-1102 H./1687-1691 AD. Osmanische Gegenstempel auf venezianischen Zecchini und deren Imitationen
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GOLD. Münze und Gegenstempel: Sehr schön Exemplar der Auktion Rauch 76, Wien 2005, Nr. 1358.
In der osmanischen Chronik des Silahdar Findikli Mehmedaga (1658-1724) findet sich der Hinweis, dass im Jahr 1099 H. der Befehl erging, die venezianischen Goldmünzen (yaldiz altin) zu prüfen, um die Goldmünzen des Ibrahim Celebi-Standards und des Serifi-Standards zu differenzieren. Erstere sollten mit einem einfachen Gegenstempel "sahh" markiert werden, wofür als Gebühr jeweils ein Akce zu entrichten war. Die Prägungen vom offenbar geringeren Serifi-Standard waren dagegen mit zweifachem Stempel "sahh" zu kennzeichnen, wofür zwei Akce fällig waren. Ab Jumâdâ II 1099 H./ 23. März 1689 sollten nur noch gestempelte Goldstücke kursfähig sein. Da entsprechende Gegenstempel nur auf venezianischen Zechinen und deren Imitationen angetroffen worden sind, muss es darum gegangen sein leicht geringwertige Imitationen von den Originalen oder deren Feingehalt entsprechenden Imitationen unterscheidbar zu machen. In der Tat ist eine der heute seltenen doppelten Gegenstempelungen in der Tübinger Universitätssammlung auf eine kaum unterscheidbare Imitation eines Dukaten des Domenico Contarini geschlagen. Hans Wilski hat sich in einem speziellen Aufsatz (Geldgeschichtliche Nachrichten 100 S. 71-74) ausführlich mit diesem Phänomen befasst, sich dabei jedoch nicht entschließen können die Textquelle auf die Dukatenstempelung zu beziehen und auch in seiner umfassenden Darstellung der osmanischen Gegenstempel von 1995 erklärt er auf S. 294 die Chronik des Silahdar zur Quelle von zweifelhafter Zuverlässigkeit. - Dagegen hatte Samuel Lachman bereits in seinem Aufsatz "The Ibrahimi", Numismatic Circular July 1987, S. 183 geklärt, dass der Ibrahimi im 17. Jahrhundert ein Türkischer Name des venezianischen Dukaten war, wobei er allerdings nicht auf die Gegenstempelung eingegangen war. - Der Gegenstempel kommt in drei von Wilski nicht differenzierten Varianten vor, die möglicherweise auf verschiedene Gegenstempelungsorte zu beziehen sind, und zwar ohne Füllung des Buchstaben hâ (Typ 1), mit einem Punkt darin (Typ 2) und mit einer pfeilartigen Verzierung (Typ 3).
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