PREUSSEN, KÖNIGREICH (1701-1918)
PREUSSEN, KÖNIGREICH (1701-1918)
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Description
1) Königreich Preußen: Orden pour le mérite, Ordenskreuz, 53,5 x 53,5 mm, Silber vergoldet und emailliert, 25,7 g (mit Bandring), auf dem Rand des unteren Kreuzarmes Herstellerpunze FR der Firma Friedländer in Berlin und Silberpunze 938, im originalen schwarzen Verleihungsetui mit beschädigtem Verschluß, das konfektionierte und getragene Originalhalsband, 57 mm breit, zusammen mit Ansteckminiatur, Silber vergoldet und emailliert, min. Emailleschäden in einem separaten Holzetui mit aufgelegtem Wappen der Familie Zunehmer.
2) Königreich Preußen: Eisernes Kreuz, Ausgabe 1914, Kreuz I. Klasse, flache Ausführung, geschwärzter Eisenkern, Silberzarge, auf der Rückseite professionelle Gravur Major Zunehmer, an Nadel, diese mit Herstellerpunze S-W der Firma Sy & Wagner in Berlin, im originalen Verleihungsetui. Dazu ein weiteres Exemplar, leicht gewölbte Ausführung, geschwärzter Eisenkern, Silberzarge, auf der Rückseite einfache Gravur Major Zunehmer, an Nadel.
3) Große Ordensschnalle mit neun Auszeichnungen: 3a) Königreich Preußen: Eisernes Kreuz, Ausgabe 1914, Kreuz II. Klasse, geschwärzter Eisenkern, Silberzarge; 3b) Königreich Preußen: Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Ritterkreuz mit Schwertern, auf dem Rand des unteren Kreuzarmes Herstellerpunze FR der Firma Friedländer in Berlin und Silberpunze 938; 3c) Deutsches Reich: Ehrenkreuz des Weltkrieges für Frontkämpfer, Eisen bronziert; 3d) Königreich Preußen: Roter Adler-Orden, 4. Modell (mit ziegelrotem Adler – 1854-1918), Kreuz 4. Klasse mit Krone, Silber, tlw. emailliert, Emaillemalerei; 3e) Königreich Preußen: Dienstauszeichnungskreuz für 25 Dienstjahre der Offiziere, 5. Ausführung (1895-1920), Bronze vergoldet; 3f) Königreich Preußen: Zentenarmedaille, Bronze vergoldet; 3g) Hamburg: Hanseatenkreuz 1914, Bronze versilbert und emailliert; 3h) Kaiserreich Österreich: Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration, Silber, tlw. vergoldet und emailliert, min. Emaillechip im unteren Kreuzarm; 3i) Osmanisches Reich: Liakat-Medaille in Silber, Silber, am Band der Osmanischen Kriegsmedaille, mit Säbel-Bandspange Kurdistan 1332. Auf der Rückseite braunes Filz-Abdecktuch mit Herstellerschildchen der Firma Godet & Sohn in Berlin, an Nadel. Dazu Feldschnalle für sechs Auszeichnungen: 3a, 3g, 3d, 3e, 3f und 3i, mit Abdecktuch, an Nadel.
4) Deutsches Reich: Verwundeten-Abzeichen 1918 in Silber, durchbrochene Ausführung, Messingblech versilbert, an Nadel. Dazu ein weiteres Exemplar.
5) Osmanisches Reich: Osmanische Kriegsmedaille, sogenannter Eiserner Halbmond oder Gallipoli-Stern, deutsche Anfertigung, Bronze versilbert und emailliert, kaum sichtbare Emaillesprünge, an Nadel.
6) Deutsches Reich 1933-1945, sogen. Drittes Reich: Kriegsverdienstkreuz 1939, Kreuz 2. Klasse mit Schwertern, am Band.
7) Urkunden und Dokumente: 7a) Königreich Preußen: Patent als Portepee-Fähnrich, datiert Berlin 13.11.1886, mit Prägesiegel; 7b) Königreich Preußen: Patent als Premierlieutenant, datiert Schlobitten 12.09.1894, mit Prägesiegel; 7c) Königreich Preußen: Verleihungsurkunde zu 3f, datiert 22.03.1897; 7d) Königreich Preußen: Patent als Hauptmann, datiert Berlin 27.01.1902 (Kaiser‘s Geburtstag), mit Prägesiegel und Originalunterschrift Wilhelms II.; 7e) Königreich Preußen: Patent als Hauptmann de dato 04.02.1899, datiert Yacht Hohenzollern 25.07.1910, mit Prägesiegel und Originalunterschrift Wilhelms II.; 7f) Königreich Preußen: Patent als Major, datiert Berlin 21.02.1911, mit Prägesiegel und Originalunterschrift Wilhelms II.; 7g) Königreich Preußen: Verleihungsurkunde zum Roten Adler-Orden 4. Klasse, datiert Berlin 10.11.1906, mit Drucksiegel; 7h) Königreich Preußen: Verleihungsurkunde zu 3d, datiert Berlin 25.01.1911, mit Drucksiegel, sowie Schreiben der Generalordenskommission betr. die Rückgabe des Roten Adler-Ordens 4. Klasse, datiert 13.01.1913. 7i) Königreich Preußen: Verleihungsurkunde zu 3a, datiert 16.09.1914, mit Stempelsiegel; 7j) Hamburg: Verleihungsurkunde zu 3g, datiert Hamburg 23.04.1917; 7k) Osmanisches Reich: Verleihungs-Firman zu 5, mit Abschrift des Verleihungserlasses, datiert 26.07.1917, und Übersendungsschreiben, datiert 12.10.1917; 7l) Königreich Preußen: Verleihungsurkunde zu 3b, datiert Berlin 26.08.1917, mit Drucksiegel, dazu Abschrift der Verleihungsbenachrichtigung, datiert 12.09.1917; 7m) Königreich Preußen: Abschrift des Verleihungs-Fernspruchs für 1, datiert 29./30.11.1917, zweite Ausfertigung der Verleihungsurkunde zu 1, datiert 29.11.1917, mit Drucksiegel, mit zugehörigem Begleitblatt, und Abschrift des Auszugs der Generalordenskommission über die Verleihung, datiert 11.12-1917, sowie Zeitungsmeldung über die Verleihung; 7n) Kaiserreich Österreich: Verleihungsurkunde zu 3h, datiert 14.03.1918, mit Prägesiegel; 7o) Deutsches Reich: Verleihungsurkunde zur Kriegsdenkmünze 1914/18 des Kyffhäuser-Bundes, datiert 22.03.1923 (Die Denkmünze selbst ist nicht vorhanden); 7p) Deutsches Reich: Verleihungsurkunde zu 3c, datiert Kassel 11.12.1934; 7q) Deutsches Reich 1933-1945, sogen. Drittes Reich: Besitz-Zeugnis zum Jubiläums-Abzeichen des NS-Reichkriegerbundes, datiert 11.05.1939. Dazu Ansteckabzeichen des NS-Reichskriegerbundes; 7r) Deutsches Reich 1933-1945, sogen. Drittes Reich: Verleihungsurkunde zu 6, datiert Münster 01.09.1941; 7s) Abschrift aus der Rangliste 1914 mit Ergänzungen und Danktelegramm Prinz Joachims von Preußen. Alle 27 Dokumente und Urkunden befinden sich in einem sehr guten Zustand, wobei die größeren ein- oder zweimal gefaltet sind, und einige wenige Spuren von Büroklammern aufweisen..
8) Siegelstein mit gravierten Wappen der Familie Zunehmer, Fassung Gold graviert, mit Ring zur Befestigung an der Uhrenkette, Messing-Petschaft mit Gravur C. Zunehmer und Petschaft mit Monogramm M.Z. und Umschrift ZUM ANDENKEN AN DEN FELDZUG 1870 VON C. Z., mit Perlmuttgriff. Diese und die weiter oben erwähnten Einzelstücke in einer geschnitzten Holz-Schatulle mit Visitenkarten Zunehmers auf dem Boden.
Alles zusammen befindet sich in einem kleinen schwarzen alten Köfferchen.
RR 50 Stück. I-II; II; II- Max Zunehmer wurde am 18. Dezember 1865 in Breslau als Sohn des Fabrikanten C. Zunehmer und dessen Ehegattin geboren. Nach dem Abitur 1886 trat er als Fahnenjunker in das 1. Niederschlesische Infanterie-Regiment Graf Kirchbach Nr. 46 in Posen ein, wurde noch in demselben Jahr Fähnrich, 1887 Secondelieutenant, 1894 Premierlieutenant, 1901 Hauptmann, 1904 Lehrer an der Kriegsschule in Potsdam, 1910 Kompaniechef im Inf.-Rgt. 28, 1911 Major und 1912 Bataillonskommandeur. Nachdem er am Einmarsch in Frankreich teilgenommen hatte wurde er Ende 1914 zum Kommandeur des neu zu erstellenden Reserve Inf.-Rgts. 258 ernannt, mit dem er auf die östlichen Kriegsschauplätze in Masuren, Polen, Litauen und Kurland vorrückte. Anfang 1916 zum Oberstleutnant befördert, wurde er Ende des Jahres zum Kommandeur seines ursprünglichen Inf.-Rgts. 46 ernannt, mit dem er zusammen mit österreichischen und osmanischen Truppen an der ostgalizischen Front eingesetzt wurde. Hierfür erhielt er später das Hamburger Hanseatenkreuz, das österreichische Militär-Verdienstkreuz und den Eisernen Halbmond. Die 119. Infanterie-Division, zu der das Inf.-Rgt. 46 gehörte, wurde Anfang Mai 1917 an den französischen Kriegsschauplatz verlegt. Für die militärische Führung seines Regiments während der Flandernschlacht erhielt er das Ritterkreuz mit Schwertern des Königlichen Hausordens von Hohenzollern, und bald darauf den Pour le mérite für die unter seinem Kommando erfolgte Erstürmung und Rückeroberung von Fontaine-Notre-Dame in der Panzerschlacht von Cambrai. Zum Oberst im Juli 1918 befördert wurde er noch einmal als Kommandeur eines Offiziers-Aspiranten-Regiments nach Polen gesandt, und kurz nach Kriegsende erneut zum Kommandeur seines Inf.-Rgts. 46 ernannt. Während seiner Kriegseinsätze ist er mehrfach verwundet worden. Nachdem er im Oktober 1919 seinen Abschied genommen hatte, war er von 1920 bis Ende 1923 als Inspekteur des Rhein-Auffangs und während des sogen. Ruhrkampfs als Leiter der wirtschaftlichen Abwehr gegen Frankreich tätig. Im August 1938 zum char. Generalmajor der Wehrmacht befördert, wurde er im Oktober 1940 Stadtkommandant von Düsseldorf und im Juli 1941 Generalmajor z. V. . Als solcher wurde ihm im September 1941 das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern (!) verliehen. Ende Oktober 1942 wurde seine Mobilmachungs-Bestimmung aufgehoben. Er starb am 1. Januar 1945 in Kassel (u. a. wikipedia).
Es handelt sich hierbei um einen nahezu vollständigen Nachlaß eines preußischen Offiziers, Veteranen des 1. Niederschlesischen Infanterie-Regiments Graf Kirchbach Nr. 46 und Teilnehmers am Ersten Weltkrieg, mit den originalen Orden und Ehrenzeichen in hervorragendem Erhaltungs-Zustand, wobei nur wenige Urkunden abgängig sind (z. B. die Patente zum Secondelieutenant, Oberstleutnant und Oberst, Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 1. Klasse und Ernennungsurkunde zum Generalmajor), deren Fehlen jedoch bei der Gesamtbetrachtung nicht allzu schwer in Gewicht fällt. Phaleristisch höchst interessant ist u. a. die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes 2. Klasse mit Schwertern an den Generalmajor (und Stadtkommandanten von Düsseldorf) im Jahre 1941.
Um der historischen Bedeutung dieses Nachlasses gerecht zu werden, wird er laut ausdrücklichem Wunsch der Einlieferin, einer Enkelin Zunehmers, von uns in einem einzigen Los angeboten.
Information for lot 8274 from Auction 235
| Rarity | RR |
|---|---|
| Unique quantity | 50 Stück. |