Description
PREUSSEN, KÖNIGREICH (1701-1918) Urkunden-Teilnachlaß des königl. preuß. Wirklichen Geheimen Medizinal-Rats Prof. Dr. Ernst Viktor v. Leyden, Exzellenz (1832-1910), Direktor der 1. Medizinischen Klinik der Charité zu Berlin. Bestehend aus insgesamt 42 Dokumenten: 1) Bestallung als Medizinal-Rath und Mitglied des Medizinal-Collegiums der Provinz Preußen in Königsberg, dat. Babelsberg am 11.11.1865, mit Prägesiegel und Originalunterschrift König Wilhelms I., dazu Übersendungsschreiben, dat. Königsberg 22.11.1865; 2) Sachsen: Verleihungs-Decret zum Ritterkreuz des Albrechtsordens, dat. Dresden am 13.04.1871, mit Prägesiegel und Originalunterschrift König Johanns, dazu Benachrichtigungsschreiben, dat. Laon 20.05.1871, mit (Original?-) Unterschrift von General Prinz Georg von Sachsen, Übersendungsschreiben, dat. Dresden 07.07.1871 und Ordensstatuten; 3) Demissoriale für die Positionen in Königsberg, dat. Berlin 18.03.1872, mit Prägesiegel und Originalunterschrift König Wilhelms I., dazu Übersendungsschreiben, dat. Königsberg 09.04.1872; 4) Beglaubigungsschein zur Landwehrdienstauszeichnung 2. Klasse, dat. Berlin 08.08.1872, Unterschriftenstempel des Kriegsministers Graf v. Roon, dazu Übersendungsschreiben, dat. 11.07.1872; 5) Bestallung als ord. Professor in der medizinischen Fakultät der Universität zu Berlin, dat. Berlin 27.05.1876; 6) Demissoriale als Professor an der medizinischen Fakultät zu Straßburg, dat. Bad Ems 03.07.1876, mit Prägesiegel und Originalunterschrift Kaiser (!) Wilhelms I, dazu Übersendungsschreiben, dat. Berlin 07.07.1876; 7) Patent als Geheimer Medicinal-Rath, dat. Berlin 30.11.1876, mit Prägesiegel und Originalunterschrift König Wilhelms I., dazu Übersendungsschreiben dat. Berlin 15.12.1876; 8) Bestallung als Professor der medizinischen Klinik an der medizinisch chirurgischen Akademie für das Militair, dat. Berlin 12.02.1878, mit Prägesiegel und Originalunterschrift König Wilhelms II., dazu Übersendungsschreiben, dat. Berlin 15.02.1878; 9) Verleihungsurkunde zum Roten Adler-Orden 4. Kl., dat. Berlin 18.01.1879, dazu Übersendungsschreiben dat. Berlin 27.01.1879; Lippische Fürstentümer: Verleihungsurkunde zum Ehrenkreuz 2. Klasse des Fürstlich Lippischen Hausordens, dat. 23.03.1882, mit Papiersiegeln und Originalunterschriften der Fürsten Woldemar und Adolph Georg (stark beschädigt!), dazu Übersendungsschreiben, dat. Bückeburg 20.04.1882, Ordensstatuten, ministerielle Anfrage betr. die Tragegenehmigung, dat. Berlin 15.06.1882 und Tragegenehmigung, dat. Berlin 05.08.1882; 10) Verleihungsurkunde zum Roten Adler-Orden 3. Kl. mit der Schleife, dat. Berlin 16.05.1882, mit Prägesiegel und Originalunterschrift König Wilhelms I.; 11) Anhalt: Verleihungsurkunde zum Commandeur 2. Klasse des Haus-Ordens Albrechts des Bären, dat. Dessau 14.02.1886, mit Prägesiegel und Originalunterschrift Herzog Friedrichs, dazu Übersendungsschreiben, dat. Dessau 15.02.1886, Ordensstatuten und Tragegenehmigung, dat. Berlin 02.04.1886; 12) Rußland: Verleihungsurkunde zum Stanislaus-Orden, dat. Moskau, 15.05.1886, mit Unterschriftenstempel Kaiser Alexander III; 13) Osmanisches Reich: offizielle Übersetzung des (nicht vorhanden) Verleihungs-Firmans zur 2. Klasse des Medjidjie-Ordens, datiert 05.01.1891; 14) Schweden: Verleihungsurkunde zum Kommandeur 1. Klasse des Nordsternordens, dat. Stockholm 29.07.1892, mit Papiersigel und Originalunterschrift König Oscars; 15) Verleihungsurkunde zum Kronen-Orden 2. Klasse, dat. Berlin 18.01.1895, mit Prägesieges und Originalunterschrift König Wilhelms II, dazu Übersendungsschreiben, dat. Berlin 13.06.1895; 16) Rußland: Ernennungsurkunde zum Ehrenmitglied der Gesellschaft der Russischen Ärzte zu St. Petersburg, dat. St. Petersburg 08.05.1897, mit Lacksiegel und Unterschriften; 17) Rußland, Dankschreiben des Kaiserlichen Hof-Ministeriums, dat. 17.11.1897; 18) Persien: Firman für den Sonnen- und Löwenorden 1. Klasse, dat. 29.05.1902, dazu offizielle Übersetzung und Tragegenehmigung, dat. 17.10.1902; 19) Rußland: Dokument, dat. 10.04.1902, mit Lacksiegel; 20) Zwei Notizblätter. In unterschiedlicher Erhaltung, alle ein- oder mehrfach gefaltet, teils mit Einrissen.
42 Stück. II, II-III, III, IV Sehr interessanter Urkunden-Teilnachlaß eines bedeutenden deutschen Arztes, medizinischen Lehrers und neurologischen wie auch onkologischen Pioniers, mit 7 Dokumenten mit Originalunterschriften Kaiser bzw. König Wilhelms I., einem mit Originalunterschrift König Wilhelms II. und 5 mit Originalunterschriften anderer Souveräne, dessen medizinisch-historische Bedeutung durch die tlw. etwas eingeschränkte Erhaltung nicht wesentlich beeinträchtigt wird.
Ernst Viktor Leyden, geboren am 20.04.1832 in Danzig, 1853 zum Dr. med. promoviert, wurde 1865 Professor an der Universität Königsberg, 1872 an der Universität Straßburg, 1876 Leiter der II. Medizinischen Klinik der Charité in Berlin, 1885 Direktor von deren I. Medizinischen Klinik und gründete 1903 das erste Krebsforschungszentrum der Charité. Er forschte in der Pathologie der inneren Organe und des Nervensystems und veröffentlichte mehrere Werke über Rückenmarks-Erkrankungen. Neben den oben genannten Orden war er laut Deutschem Ordens-Almanach von 1908/09 Inhaber des Kommandeurkreuzes 1. Kl. des anhaltischen Haus-Ordens Albrechts des Bären, des Kommandeurkreuzes 1. Kl. des badischen Ordens vom Zähringer Löwen, des preuß. Roten Adler-Ordens 2. Kl. mit Eichenlaub, des preuß. Kronen-Ordens 2. Kl. mit Stern, der preuß. Landwehr-Dienstauszeichnung 1. Kl., der preuß. Kriegsdenkmünze für 1870/1871, der preuß. Zentenarmedaille, des Komturs 1. Kl. des Sachsen-Ernestinischen Hausordens, der Offiziersdekoration des französischen Ordens der Ehrenlegion, des Komturkreuzes mit Stern des österreichischen Franz Joseph-Ordens, der 1. Klasse des rumänischen Kronenordens, der 1. Kl. des russischen St. Annen-Ordens, der 1. Kl. des russischen St. Stanislaus-Ordens und der 1. Kl. des osmanischen Medjidjie-Ordens. Zwischen 1895 und 1897 ist er in den preußischen Adelsstand mit dem Prädikat von erhoben worden. Er war auch Ehrenbürger von Wiesbaden, Inhaber der goldenen Cothenius-Medaille und Mitglied bzw. Ehrenmitglied mehrerer in- und ausländischer medizinischer Akademien und Gesellschaften (wikipedia).