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Römische Münzen – (3. Jahrhundert v. Chr. – 5. Jahrhundert n. Chr.)


Mehr als 500 Jahre beherrschte das Römische Reich einen Großteil der bekannten antiken Welt und prägte die Wirtschaft, Kunst und Kultur Europas für die nächsten Jahrhunderte. Auch in der Münzprägung und dem Geldwesen legten die Römer die Grundlage für viele spätere Entwicklungen.

Römische Republik. Brutus. Denar, 42 v. Chr.
Römische Republik. Brutus. Denar, 42 v. Chr.
Zuschlag: 90.000 Euro.

Die ältesten römischen Münzen wurden aus Bronze gegossen (sog. „Schwergeld“ / Aes grave) und trugen auf das As (= 1 Pfund) und die Unze (= 1/12 As) bezogene Wertzeichen (bspw. der Quadrans 3 Kugel = 3 Unzen = 1/4 As). Diese Prägungen erwiesen sich in der Praxis jedoch als sehr unhandlich. Der Denar als römische Hauptsilbermünze wurde seit 211 v. Chr. im Wert von 10 (später 16) Assen geprägt. Diese römische Münze zeigte anfänglich den behelmten Kopf der Roma auf der Vorder- und die reitenden Dioskuren Castor und Pollux mit dem Schriftzug ROMA auf der Rückseite.

Im Laufe des 2. Jahrhunderts v. Chr. erhielten die Münzmeister (Tresviri monetales) das Recht, ihren Namen auf die Gepräge der römischen Münzen zu setzen und das Münzbild selbst zu bestimmen. Nicht selten wählten sie dafür Motive, die sich auf ruhmvolle Taten der eigenen Vorfahren bezogen. Diese „Familienmünzen“ mit einer Vielzahl mythologischer und historischer Darstellung stellen ein äußerst spannendes und facettenreiches Sammelgebiet dar, vor allem, wenn sich auf ihnen so berühmte Namen wie SVLLA oder BRVTVS finden. Gaius Julius Cäsar erhielt als erster Römer im Jahre 44 v. Chr. vom Senat das Recht, sein Porträt schon zu Lebzeiten auf die römischen Münzen zu setzen, wovon er auch regen Gebrauch machte. Seine Verbündeten und Gegner Pompeius, Brutus und Antonius erscheinen nach seiner Ermordung ebenfalls auf den Prägungen der römischen Münzen.

Römische Kaiserzeit. Tiberius, 14-37. Denar, Lugdunum. So genannter „Tribute penny“.
Römische Kaiserzeit. Tiberius, 14-37. Denar, Lugdunum. So genannter „Tribute penny“.
Zuschlag: 1.400 Euro.

Mit dem Ende der Republik und dem Beginn der Kaiserzeit begegnen einem in der Regel die jeweiligen Imperatoren und ihre Familie (Gemahlinnen, Thronfolger und Mitregenten) auf den Münzen. Das Geldwesen ist weiterhin „trimetallisch“ auf Gold-, Silber- und Bronzemünzen aufgebaut. Die Legenden führen die Ehrentitel und Ämter des Kaisers mit Jahreszahl auf und sind insofern gut zu datieren (bspw. COS V = Im Jahr der 5. Verleihung des Titels Konsul geprägt / sog. „Iterationsziffer“).

Durch die große Menge an verschiedenen Typen, Nominalen und Münzstätten sowie die gleichzeitig verhältnismäßig leicht zu handhabende Literatur eröffnet sich hier mit den römischen Münzen auch für Anfänger eine Vielzahl spannender Sammelgebiete. Hinzu kommt der für den Sammler bedeutsame Umstand, dass die Münzen des römischen Kaiserreiches nicht nur Zahlungsmittel waren, sondern auch als Massenmedium genutzt wurden. Sie waren so etwas wie die „metallenen Zeitungen“ des Imperiums, auf denen die Taten und militärischen Erfolge der Kaiser verewigt wurden.

Antoninus II. Marcus Aurelius, 161-180 für Commodus. Aureus, 175/176, Rom.
Antoninus II. Marcus Aurelius, 161-180 für Commodus. Aureus, 175/176, Rom. Vorzügliches Prachtexemplar. Zuschlag: 50.000.- €

In der späten Kaiserzeit sank der Wert und Edelmetallgehalt der römischen Münzen immer weiter ab. Dem versuchten Kaiser wie Diocletian (284-304) oder Konstantin der Große (308-337) mit Münzreformen und der Einführung neuer Nominale wie dem bronzenen Follis oder goldenen Solidus zu begegnen. Letztlich konnte jedoch weder der Verfall der Währung noch des Reiches aufgehalten werden und mit Romulus Augustulus (475-476) erscheint der letzte Kaiser des weströmischen Reiches auf den römischen Münzen, bevor er von dem germanischen Offizier Odoaker abgesetzt wurde.

Tauchen Sie ein in die spannende Zeit der Punischen Kriege, der Eroberung Galliens durch Cäsar oder den Brand Roms unter Kaiser Nero und erleben Sie die römische Antike im Münzbild! Mit den römischen Münzen sammeln Sie nicht einfach nur Münzen, sondern auch Ereignisse der Vergangenheit.

Einführungsliteratur

  • Albert, R.: Die Münzen der römischen Republik von den Anfängen bis zur Schlacht von Actium, 2. Auflage, Regenstauf 2011.
  • Kampmann, U.: Die Münzen der römischen Kaiserzeit, 2. Auflage, Regenstauf 2011.
  • Kampmann, U. / Ganschow, T.: Die Münzen der römischen Münzstätte Alexandria, 1. Auflage, Regenstauf 2008.

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