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OTTO HELBING NACHF., Auktion 66 vom 11.1.1932, München.

NUMISMATISCHE LITERATUR
Auktion [61] vom 14.10.1930 u.f.T., München.

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Losnummer 6653






Schätzpreis: 70,00 €
Mindestgebot: 70,00 €


OTTO HELBING NACHF. Auktion 66 vom 11.1.1932, München.
[Auktionskatalog 66.] Sammlung Dr. Paul Julius, Heidelberg: Französische Revolution, Napoleon I. und seine Zeit. Medaillen, Orden und Ehrenzeichen, Münzen. 4 unpaginierte, VI, 263 S. 58 Tfn. 4355 Nrn. Schwarzer Ganzleineneinband, wohl des letzten Drittels des 20. Jahrhunderts, mit goldgeprägtem Rücken. Beigefügt: RICHARD GAETTENS, JUN. Auktion 9 vom 25.-26.2.1959, Heidelberg. Auktionskatalog IX. Sammlung Julius. III. Teil: Flußgold, Notklippen. Geistliche und weltliche Herren, Städte, Ausland. Religiöse Medaillen. VI, 35 S. 10 Tfn. 2070 Nrn. Orig.-Broschur. (2)


Paul Julius (* 1862 in Liesing bei Wien, † 1931 in Heidelberg) studierte Chemie, zunächst in Wien und anschließend Basel, wo er 1886 auch promoviert wurde. Zunächst in der Redaktion einer Berliner Fachzeitschrift beschäftigt, machte er 1888 mit seinem Wechsel zur BASF in Ludwigshafen den entscheidenden Schritt zu seiner beruflichen Karriere. Vom Abteilungsleiter und Direktor des Hauptlabors erfolgreich in der Forschung tätig, stieg er hier 1906 zum Prokuristen und 1915 zum Mitglied des Vorstands auf. Nach der 1925 vorgenommenen Eingliederung der BASF in die IG Farbenindustrie AG begab sich Julius im Folgejahr in den Ruhestand. Teile seiner Freizeit widmete er insbesondere seiner numismatischen Sammlung mitsamt der dazu gehörigen Bibliothek, wobei sein Augenmerk verstärkt auf Medaillen und bestimmten historischen oder sachlichen Themata lag (Österreich, Krieg und Frieden, Französische Revolution und Napoleonische Zeit; Personen-Medaillen, Flussgold u. a.). Abgesehen von einer ihm mutmaßlich zuzuteilenden Serie Salzburger Münzen und Medaillen, die in der Versteigerung der Frankfurter Firma Leo Hamburger vom 8.5.1905 u.f.T. (Los-Nr. 481-1034) veräußert worden sind, scheint Julius seine Sammlung weitgehend zusammengehalten zu haben. Die Spezialsammung Französische Revolution - Napoleon I. und seine Zeit, die Paul Julius 1913 durch den Komplettkauf der Sammlung des Geheimrats "Ludvig" (Ludwig Ernst) Bramsen (* 1847 in Kopenhagen, † 1914 in Frederiksberg) hatte erheblich bereichern können, wurde nach seinem Tod von den Erben der Münchener Firma Otto Helbing Nachf. zur Versteigerung eingeliefert. Nachdem bereits ein Auktionskatalog produziert worden war, gelang es einem Interessenten (Richard Gaettens?), den gesamten numismatischen Nachlass von Paul Julius, einschließlich der bereits für die Münchener Auktion vorgesehenen Stücke, noch vor der Auflösung en bloc zu erwerben. Der Erlös kam der Wohlfahrtseinrichtung der IG Farbenindustrie zugute. Erst rund eine Generation später löste Richard Gaettens junior den Sammlungsbestand Julius samt der zugehörigen numismatischen Bibliothek auf, thematisch aufgeteilt, im Rahmen mehrerer Auktionen.