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Urban V., 1362-1370. Fiorino d'oro o. J., Avignon. 3.51 g. Fb. 29 (dort unter Frankreich); Muntoni 2 (Band IV, S. 161, Teil III: Anonyme Prägungen).

EUROPEAN COINS AND MEDALS
ITALIEN, KIRCHENSTAAT/VATIKAN

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Lot number 5687




Estimated price: 750.00 €
Hammer-price / sale price: 1,000.00 €


Urban V. 1362-1370.
Fiorino d'oro o. J. Avignon. 3.51 g. Lilie//St. Johannes steht v. v. mit segnender Rechten und Kreuzstab. l. neben seinem Kopf Mitra.
Fb. 29 (dort unter Frankreich); Muntoni 2 (Band IV, S. 161, Teil III: Anonyme Prägungen).

GOLD. Von großer Seltenheit. Fast vorzüglich

Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 55, Osnabrück 2000, Nr. 3502.

Als "Avignonesisches Papsttum" wird der Zeitraum zwischen 1309 und 1377 bezeichnet, in der die römischen Päpste ihren Sitz in der französischen Stadt Avignon hatten. Insgesamt residierten sieben der von der gesamten Kirche anerkannten Päpste hier, bevor Gregor XI. (1370-1378) sich 1377 zur Rückkehr nach Rom überreden ließ. Da er nur kurz darauf verstarb, kann erst der nachfolgende Italiener Urban VI. (1378-1389) wieder als "römischer Papst" bezeichnet werden. Von Bonifatius VIII. (1294-1303) bis 1696 prägten die Päpste Gold-, Groschen- und Pfennigmünzen in Avignon (Comtat Venaissan), wobei neben den ab etwa 1322 geprägten Florenen seit der Mitte des 14. Jahrhunderts auch ein eigenständiger Dukatentyp mit gekreuzten Schlüsseln auf der Rückseite eingeführt wurde.


Karl Hansberger bemerkte in seinem Aufsatz "Die Päpste in Avignon" (Greschat, Martin, Hg. Das Papsttum I. Von den Anfängen bis zu den Päpsten in Avignon, Stuttgart 1985, S. 258-274): "Die Annaten, deren Höhe schwankte, aber meist die Hälfte des ersten Jahreseinkommens betrugen, hat Clemens V. zunächst in beschränktem Umfang, dann Johannes XXII. allgemein der Kurie reserviert; pflichtig waren alle Benefizien mit einem Einkommen über vierundzwanzig Goldgulden. Auch die "fructus intercalares" worunter die Einkünfte vakanter Pfründen zu verstehen sind, wurden seit Johannes XXII. von der Kurie in Anspruch genommen. Und der männliche Papst, von dem Dante das böse Wort prägte, er verstehe nicht Petrus und Paulus, sondern das Bild des Täufers auf dem Florentiner Gulden, hat auch damit begonnen, sich den Einzug der Hinterlassenschaft aller an der Kurie verstorbenen Kardinäle und höheren Prälaten zu reservieren,...".