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Einsatzmedaille der Bundeswehr. Die Einsatzmedaille der Bundeswehr Gefecht (vulgo: "Gefechtsmedaille"), Buntmetall vergoldet und tlw. emailliert, am Band mit Bandspange "GEFECHT", Buntmetall vergoldet und tlw. emailliert, an Nadel, zusammen mit Bands

DEUTSCHE ORDEN UND EHRENZEICHEN
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

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Lot number 2115






Estimated price: 10.00 €
Hammer-price / sale price: 32.00 € (Preliminary hammer price)


Einsatzmedaille der Bundeswehr. Die Einsatzmedaille der Bundeswehr Gefecht (vulgo: "Gefechtsmedaille"), Buntmetall vergoldet und tlw. emailliert, am Band mit Bandspange "GEFECHT", Buntmetall vergoldet und tlw. emailliert, an Nadel, zusammen mit Bandschnalle mit Auflage, Buntmetall versilbert und tlw. lackiert, an Nadel, im silberfarben bedruckten Etui (nicht für Verleihungen!). KDO10 2276.


II

Die Einsatzmedaille der Bundeswehr Gefecht wurde vom Bundesminister der Verteidigung Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (geb. 1971) mit „Erlass zur Neufassung des Erlasses über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr“ vom 16. November 2010 gestiftet. Nach der Genehmigung durch Bundespräsident Cristian Wulff (geb. 1959, Bundespräsident von 2010 bis 2012) mit Erlaß vom 12. November 1010 wurde die Stiftung mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger Nr. 1777 vom 23. November 2010 rechtswirksam.

Die erste Verleihung erfolgte am 25. November 2010. Laut Brammer (in EBW6 S. 62) wurde das Ehrenzeichen (in besonderen Verleihungsetuis) zwischen 2010 und 2016 insgesamt 5.834 Mal verliehen, wobei alleine 2011 insgesamt 4.703 Verleihungen erfolgten.

wikipedia.de:

Die Stiftung der Medaille fand vor dem Hintergrund statt, daß zunehmend deutsche Soldaten bei ihrer Teilnahme an internationalen Einsätzen, allen voran ISAF, in klassische Infanteriegefechte verwickelt werden, wo sie in besonderem Maße die Härte des Einsatzes erleben und mit Verwundung und Tod konfrontiert werden. In der Truppe wurde wiederholt kritisiert, daß eine Würdigung der erbrachten Leistung und der erlebten Härte in einer Krisenregion primär in Form der Einsatzmedaille der Bundeswehr erfolgt, deren Verleihung jedoch hauptsächlich an das Erreichen von Mindesteinsatztagen gebunden ist (Ausnahme: Verwundung und Tod). Dementsprechend findet keine nach außen sichtbare Unterscheidung dahingehend statt, ob der Soldat die gesamte Einsatzdauer über beispielsweise als Stabsdienstsoldat im Feldlager eingesetzt war, oder ob er sich den Gefahren von Patrouillenfahrten und Kampfhandlungen ausgesetzt sah. Die Politik lehnte die Einführung eines reinen Verwundetenabzeichens, wie z. B. das US-amerikanische Purple Heart ab, schloss jedoch mit der Gefechtsmedaille die Lücke zwischen der Würdigung der bloßen Teilnahme an einem Einsatz in Form der Einsatzmedaille der Bundeswehr und der höchsten militärischen Auszeichnung der Bundeswehr, dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit.

Am Tag der Verleihung wird die Gefechtsmedaille in Originalgröße an Feldanzug, Dienstanzug und Gesellschaftsanzug getragen. Ansonsten wird sie, da sie mit Band verliehen wird, nur am Dienstanzug an der Bandschnalle getragen. Die Einsatzmedaille der Stufe Gefecht darf dabei neben anderen Einsatzmedaillen getragen werden. Bei besonderen dienstlichen Anlässen, Staatsempfängen/Staatsakten oder aus privaten Gründen und bei besonderen gesellschaftlichen Veranstaltungen können sowohl Einsatzmedaillen, als auch die Gefechtsmedaille in Originalgröße bzw. an der großen Ordensschnalle am Dienst- und (als 16 mm-Miniatur) am Gesellschaftsanzug getragen werden.

Die Gefechtsmedaille wird nur denjenigen Soldaten verliehen, die mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten haben. Laut Stiftungserlass kann die Medaille nur dann verliehen werden, wenn die Voraussetzungen für die Verleihung nach dem 28. April 2009 erfüllt worden sind. Sie wird nur einmal verliehen und kann auch postum verliehen werden. Im Übrigen müssen die Dienstzeiten und Mindesteinsatztage, welche zur Verleihung der Einsatzmedaille führen, bei der Verleihung der Stufe Gefecht nicht erfüllt sein. Die Verleihungspraxis ist identisch mit der der Einsatzmedaille der Bundeswehr.

Am 25. November 2010 wurde die Gefechtsmedaille zum ersten Mal verliehen und den Angehörigen eines gefallenen Soldaten überreicht. Der Bundesminister der Verteidigung ehrte den in Afghanistan gefallenen, 21-jährigen Hauptgefreiten Sergej Motz, der bei einem Hinterhalt auf seine Patrouille in der Nähe von Kunduz am 29. April 2009 ums Leben gekommen war. Der Hauptgefreite Motz war als Sicherungssoldat auf einem gepanzerten Radfahrzeug eingesetzt und bediente dort das Maschinengewehr, als das Fahrzeug von einer Panzerfaust getroffen und er lebensgefährlich verwundet wurde. Das Gefecht, bei dem die Bundeswehr in den bis dato heftigsten Feuerkampf verwickelt und bei dem zehn weitere Soldaten verwundet wurden, markierte eine bis dahin nicht gekannte Intensität des ISAF-Einsatzes für die deutschen Truppen. Die Festlegung des 29. April 2009 als Stichtag ist eben dem Umstand geschuldet, daß Hauptgefreiter Motz als erster deutscher Soldat in Afghanistan nicht durch ein Sprengstoffattentat, sondern in einem Feuergefecht fiel.

Am 8. Dezember 2011 wurde Staff Sergeant Peter Woken in der deutschen Botschaft in Washington, D.C. als erster Angehöriger der US-Streitkräfte mit der Gefechtsmedaille ausgezeichnet. Die Verleihung wurde vom deutschen Botschafter Peter Ammon, in Beisein des stellvertretenden Inspekteurs des Heeres Bruno Kasdorf durchgeführt. Peter Woken hatte am 17. Oktober 2010 dem deutschen Oberstabsgefreiten Tim Focken das Leben gerettet, der bei einem Hinterhalt der Taliban nahe Kunduz schwer verwundet worden war.

Der Militärhistoriker Detlef Bald, ehemals Wissenschaftlicher Direktor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr, kritisiert die neue Auszeichnung: „Man kann daran eine neue Etappe der schleichenden Militarisierung der Außenpolitik der Bundesrepublik erkennen. (…) Die sogenannte Tapferkeitsmedaille oder das Ehrenkreuz hätten ausgereicht, um Mut im Einsatz zu würdigen. Mit der Gefechtsmedaille werden in der Tat das kriegerische Element und der alte Kriegerkult im Militär hofiert“.“